Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- In einem wunderlichen Wortgemenge
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 471 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Permi schick. 471 ^mnnofTctbcu, ’6u5 t>em aTf^mncincu Bollselend crT-cTHfc sich der Drache der Revolution! Diese Entwicklung nach abwortci in den Peitschen-' Vögten. der Juteruatiouale wohlbelanut — sind sie doch „siieiüewußte". Acbcr den Sinn dieser Auffassung in.it dem Bersasscr uns ausciuauderzusct'.en, haben wir keinen Anlaß. Wir haben co hier nur mit dem eilten Absatz §u tun, der -irgendwie and) die Inden in den Wirbel dieser Betrachtungsweise zieht. Da heißt eL denn in bezug auf die sozialistische Wühlarbeit in Rußland: „Verrufene Weiber ans dem Ltzünstlerviertel der Berliner Ackerstraße gaben, unter Mitwirkung der Petersburger Revierpolizei (!) möblierte Zimnwr ab 'für Sitzungen jüdischer?)} e o o l lt t; o n ü r c — und so war in 1917 die russische Internationale fix und fertig in Fühlung mit ihre:: dentscheu Genossen (!), wie das ja auch die prompt einsetzeudc Begrüßung unserer ^Zielbewussten" an die mit uns im Kriege stehenden des reiten :uosko- Witischeti Brüder erkennen ließ." Wie heißvo doch im „Jaust"? „Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, Es müsse sich dabei doch auch was denken lassen." Archarb TV a g c nrr-P0rfchn.ng. Aus Köln wird berichtet: Ein Wissensdurstiger in itbln fragte jüngst die Nednktiorr des ,-Kölner D-ageblatts" nach der Kousession 91 ich erd Wagners. Er erhielt im Briefkasten dieses Blattes die folgende Antwort: ,,der Komponist Aichard Wagner ist (!) Jude." Literarhistoriker wie Wagnerschwärurer werden dieses überraschende Ergebnis journalistischer Forschung über Aichard Wagners Herkunft mit Interesse vernehmen. Sine Absage an den Antisemitismus bedeutet eine Auslassung der vom Abg. Dr. Wagner, Breslau, geleiteten „Schlesischen Freikonservativen Partei-Korrespondenz". Die Absage wird in ihrer Bedeutung dadurch noH wesentlich gehoben, daß. die der Partei nähebehende, von Or. 91. GrabowSty heraus gegebene Halbmonatsschrift „Das neue Deutschland" sie mit dem Ausdruck der Anerkennung, nnd> Zustimmung übcrniuunt. Wir lesen da: . . . Was dieser Artikel der rwrrespondenz zur Iudenfrage Leibringt, ist wohl zu erwägen. Gerade auf Grund der Kriegscrfahrungen, der Erfahrung cu mit den Juden, an der Front, spricht er sich s cha r s g e g e n d c n A n t i s e m i t is m u s aus u:rd zitiert Hierbei -das alte treffende Wort, daß der Antisemitismus der Sozialismus der dummen Kerle sei. And was das „Aeue Deutsch- Hand" seit Jahren vertreten hat, das wird hier treffend dahin ausgedrückt, das; weite Kreise des Judentums bestes konservatives Bürgertum darstellen. In der Dat ist die Iudenfrage nur so verwickelt 'geworden, weil man cs auf'der Acchten nicht verstanden hat, die Juden. zum LwuservaLisnul.s herüberzuziehen.- 'Obwohl das Judentum. Jcincnt Wesen nach konservativ ist bis Zur orthodoxer: Halsstarrigkeit, fdj>filicltc man es auf der AechLeu ob und trieb es so mit Gewalt dem Aadikalismus in die Arme,- Hinterher aber wunderte man sich über die vielen, radikalen Inden.- IGewiß ist das Judentum heute politisch noch sehr unreif. Das ist gar nicht anders möglich, nmim man bedenkt, wie lange cs abseits vom Staat im Ghetto gelebt hat. Aber es ist,doch zweifellos der falscheste Weg, statt die Juden am konservativen Staats- Ucdanken .tcilnehmen zu lassen, sie in alter Manier künstlich gerade davon fernzuholtcn. Auch von jüdischer Seite wird daH neuerdings immer nachdrücklicher hervorgehsbench Zum Schluß heißt es: „Wir können uns wirklich nicht leisten, daß 'unsere ohnehin schon so verwickelten Zustande auch nsch v^m Kriege immer wieder, durch die leidige Iudenfrage kompliziert werden."