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Im deutschen Reich · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · p. 469

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Article
Ein jüdischer Staatssekretär in Rußland
Date
1917-11-01
Page
469 (sequence 2)
Language
German
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DermrschteB,- 469 Allerdings der erste und.einzige, spät zr.'gezogcne Ir:d'r in der Provisorischen Regieren. Die alldentsthen Ausstreuungen über das Judentinn. in der'russischen Aevolutiousrcgiernng" können sich nicht auf ihn berufen. Z)ogromgesetze in Aufstand. Aus Bern wird berichtet, bag der Gcricbtshof von Petersburg bet 'Kerenskr vorstellig geworden ist, auf Verordnungswege gcsstchste Beslimrnnngen gegen Pogromagitationen zu treffen, da der Pöbel in vrcten Städten zu Süden* nrorden aufgehetzr wird und die bestehenden Gesetze keine handhabe zum Einschreiten bieten. Leichtathletische ArieasmeisterschafL. Beim lcichiathletischen Wettbewerb im Berliner Stadion gewann der jüdische Turnverein War Kochba den 1. Preis der Olstnpischcn IugendstaffeLLe. Oie Israelitische Acligionsgemeinde Dresden übersendet unZ den Verwaltungsbericht für das Jahr 1916. Wir ersehen aus ihm, da st auch die jüdische Gemeinde der Hauptstadt Sachsens eine große Anzahl ihrer Angehörigen im Kriege verloren hat und daß viele andere sich Eiserne Kreuze Und sonstige Auszeichnungen erwarben. Aber auch ein Bild umfassender, segensreicher Tätigkeit in der Kricgshilfe entwirft, in beredten Zahlen» der Bericht. Schaare §eöck. Der soeben erschienene Bericht des jüdischen Krankenhauses „Schaare Zcdek" zn Jerusalem, Leitung Frankfurt a. M., das 13. bis 15. Berichtsjahr umfassend, entrollt ein Bild segensreicher Hilfsarbeit, aber auch ein Bild crsHüttcrndenirnendlichen Jammers. Viel ist hier in 42 273 Verpflegnngstagen an 3085 Kranken getan worden, aber die' vorhandenen, sehr haushälterisch verwendeten Mittel reichen entfernt nicht aus gegenüber der gewaltigen Aot, die durch die Kriegszest so außerordentlich gesteigert wurde. Zur Linderung der Kriegsnot und der Epidemien sind noch große Mittel nötig. Jeder Tag bringt weitere nnd schmerzlichere Berichte über das wachsende Elend.., Beiträge zum Hilfsfond sind au das „Allgcm. Iüd. Krankenhaus Schaare Zedek zu Jerusalem, Frankfurt et. W., Postscheck-Konto Ar. 7785 Frankfurt M.", zu senden. OölLischer Lesestoff. Ein Herr Prof. Langhaus in Gotha hat sich, unter Ablegung eines Treugelöbnisses, an den Generalfeldmarschall v. hindcnburg gewendet, um zu erwirken, daß bei Beschaffung von Lesestoff fürs Feld auch die „völkische" Literatur recht berücksichtigt werde. Er hat auch gleich ein Verzeichnis deutsch-völkischer Werke bcigelegt. Von liberaler Seite hat man den Gencralfeldmarschall, der wahrlich anderes zu tun hat, mit solchen „Treugelöbnissen" imb Zumutungen nicht behelligt. Man hegt da die Zuversicht, daß diejenigen Stellen, die mit der Verwendung der von allen Parteien nnd allen Bekenntnissen gesammelten Mittel betraut sind, bei ihren Ankäufen alles ausscheiden werden» was den GcmüLsfricden innerhalb unserer Truppen stören, die Kameradschaftlichkeit beeinträchtigen und vergiftende Zwietracht in unsere Reihen tragen konnte, Jüdische Mädchen und Frauen in Berlin. „Aoch zum Ruhm des hiesigen jüdischen Frauenzimmers sei es gesagt, daß wohlgezogene. tugendhafte, an Herz und Verstand gebildete Mädchen und Frauen nicht selten unter ihnen siird, und daß man verschiedene antrifft, die Christinnen beschämen, und solche vortreffliche Eigenschaften besitzen, daß sie jedem edlen 2Nann Bewunderung und Hochachtung ablocken.^ Sie sind gute Wirtinnen, halten es sich für keine Schande rechtschaffene Mütter und treue Weiber zu sein, haben ein Herz zur wahren Liebe geschaffen, und selten 'brechen

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