Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Der jüdische Kongreß
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 466 (sequence 1)
- Language
- German
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466 Im Deutschen Reich'.- Dev jüö!sch'<t AongreH. Das nettgebildete jüdische Presse-« burean iu Stockholm meldet: Die Vorbereitungen zum jüdischen Kongreß irr Rußland habeu. begourren. Der Kongreß versammelt sich in Petersburg eiueu oder zwei Mouate nach Eröffnung der verfassungsgcbenden Versammlung und hat den Zweck, die jüdischen Forderungen an die Konstituante Rußlands, cm den Friedenskongreß und an die Mächte zu forurulieren. Die Wahlen finden Mitte Dezember statt. Alle Juden beiderlei Geschlechts sind wahlberechtigt. 'Die englische Hctzpresse schimpft und schmäht die in London ansässigen russischen Juden, weil diese sich bei Lustangriffen in den Tunnels der Untergrundbahn „panikartig" benehmen. „Morning Post" fordert, dag schiefe Kreatureir" interniert oder anderen strengen Zwangsmaßnahmen unterworfem werden. Die „Westminster Gazette" fragt demgegenüber, was der Unterschied zwischen hiesemj armen Volk und den reichen Leuten ser, die vor den Luftangriffen nach Brighton, Devonshire, Sommerset nnb anderen Orten geflohen fuib. „Die Macht -cs Jn-entuurs", unter dieser Aeberschrift stellen die antisemitischen Blätter einige neue Zeugen gegen das Judentum vor. Im Iuniheft der Monatsschrift „Deutsches Volkstum", Hamburg, äußert sich Dr. Artur Dufter über seinen Ausschluß aus dem „Berbaude Deutscher Vnhueuschriststeller" und sagt dabei u. a.: „Auch Hermann Sudermauu hat gelegentlich eiues Besuches, den er mir im Jahre 1913 in meiner Berliner Prlvatwohnung machte wobei wir uns stundenlang über die hier ,in Rede stehenden Fragen bis tief in die Rächt hinein unterhielten, nrir grundsätzlich durchaus Recht gegeben, mich aber vor der praktischen Verfechtung meinen Aeberzcugung g e w a r n t mit der Begründung, daß cm Schriftsteller, der sich öffentlich gegen die Herrschaft des Judentums auslehne, erledigt sei und niemals wieder auf einen grünen Zweig kommen Lonne . Auch die Vorstandsmitglieder Otto Ernst, Ludwig Ganghvfer nnd Rudolf Herzog haben sich mir gelegentlich im Sinne Sudermanns geäußert." Das Gedächtnis spielt da Herrn Di*. Dinter gar arge Streiche. Man wird die ganze Darstellung für falsch oder für gründlich mißverständlich halten dürfen, ohne eine Richtigstellung der so zu. Eideshelfern gepreßten Herren abzuwartcn oder auch nur für nötig zu halterr. Auch mit -er Imauf jüdisch klingende llanren in den Kriegs« Wucher-Prozessen haben die Antisemiten kein Glück. Was war das für eine Freude in den „Dentschvolkischen Blättern"', als nach langem Durchstöbern aller LeborrsmitlebProzesse der verbündeten Länder wieder einmal eine Firma Theodor Althof in Leipzig, „Inhaber L ev i Math res" sich fand, die wegen Veranstaltung eines „Ausverkaufs" zu 109 M. und wogen Lebensmittel-Verteuerung auch zu einer mäßigen Geldstrafe verurteilt worden war. Lcvi das war einmal ein Fund, mit dem man Staat und dein Judentum den Garaus machen fointtc! Levi — alterdnrgs als Vorname, aurfälligertveise, aber doch immerhin ein Lcvi. Das war schon die vrei Spalten wert, die das Blatt dem welterschMernden Ereignis widmete, And nun wird Uns die zuverlässige Rachricht, daß der Inhaber jener Firma gar kein Jude ist und nie einer war, daß er Katholik ist, tm frommen Münster in Westfalen sein Hauptgeschäft hat und von der katholischen Geistlichkeit — wie cs heißt — geschäftlich gefördert sein soll. Der Geschäftsführer jenes Warenhauses Theodor A-lthof in Leipzig, Zerr Lovr Mathies, sendet uns'eine längere Aufklärung in bezug auf die angeblichen Verfehlungen, dis KegentzaM ejn.es! langen MMlZ ist den ^DmLschpoFMen