Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Italiener, Deutscher oder - Jude?
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 465 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vermischtes. 465 Italiener, Deutscher oder — Jude? Die ideale Führer^ gestalt des italienischen Volkes ist Dante. In der Tat, es kann auf den Sänger der „(Göttlichen Komödie" stolz sein. Wer es sollte! den Italienern zu denken geben, daß in den. Adern des großen. Ghibcllmen deutsches Blut stießt. Dies geht schon ans seinem Beinamen Alighieri hervor. Das Mort ist germanisch unb bedeutet Speergewaltiger". Acbrrgens hat der größte dichterische Nach« zer Dantes, Earducci, euf die zum Teil deutsche Abstammung ' Florentiners hmgewiLserr. Er findet in seiner dichterischen! Tätigkeit „1a baM;t frf.sehr'zza c franehezza d’una razza nuova guerriera, la germanica", d. h. „die kühne Frische und Freiheit einer neuen kriegerischen Nasse, Ler germanischen." — Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß vor Innrer: ein in der Schweiz.lebender Gelehrter die Behauptirrrg ausstellte und mit einem sehr scharfsinnigen System vor: Beweisen begleitete, daß Dante ein Juda war. Die interessante Behauptung. für deren Nichtigkeit wir unsl wahrlich.nicht einscßen wällen, ist immerhin so bemerkenswert, wie etwa dies daß Bacon der Dichter der Shakespeare-Dramen ifo Aeber die JuHenverfolgungen in Tunis sickern jd>t trotz der strengen französischen Zensur, einzelne Nachrichten durch, ans denen der große Umfang der Eresse mit Deutlichkeit zu ersehen ist. Ganz' besonders umfangreiche Plündcrrrngen und Verwüstungen werden aus der Stadt Tunis berichtet. Hier sind auch mehrere Morde vorgekommen. Verfolgungen ernstester Art werden aber auch aus der tunesischen Provinz gemeldet. So sind in Sfax, Spusse, Viserta uno in anderer: Städten Juden mißhandelt worden, Läden geplündert, Maren arrlf die Straße geworfen worden. Besonders wird in alten Berichten hervorgehoöen, daß an den Erzessen sich in umfangreichster Weise französische .Soldaten beteiligt haben.- Gine verbotene jüdische Tragödie. Der Neuen Wiener Bühne ist, wie uns ans Wie:: geschrieben wird, die Aufführung der ji'cdischeu Tragödie „Nitualmord in Ungarn" pon Arnold Zweig verboten worden. Das Werk ist mit dem Klcist-Preis ausgezeichnet worden und behandelt den historischen .Nitualmord von Tisza-Eszlar, Verfolgung russischer Inden in London. Das Indische Korrespondenzburcau im Haag berichtet: In London haben Ausschreitungen gegen russische Juden stattgesunden. Nussische Juden, selbst jüdische Soldaten, wurden vom Pöbel und englischen Soldaten verprügelt und mit Steinen beworfen. In den Stadtvierteln, wo. viele russische Juden wohnen, sammelten sich Menschenhaufen an, welche lärmende Kundgebungen veranstalteten, die Juden beschimpften und die Fensterscheiben jüdischer Häuser einschlugen, Nur dem festen Eingreifen der Polizei gelang es, die Ordnung.wieder herzustellen, Judenfeinbliche Bewegung in Saloniki. Das Indische Korrespondenzbtatt meldet aus Salon i kr: Die Negrcrung in Athen scheint das Unglück, das die Hauptstadt Neugriechenlands heimgesucht hat, benutzen zu wollen, um die Juden daraus zu entfernen^ Die Negierung legte einen Gesetzentwurf vor, wonach alle'Immobilien, die Juden gehören, zwangsweise enteignet werden Dunen,- Die Vergütung soll i^ann in griechischen Schatzscheinen geleistet werden. Die gesamte liberale Presse und die öffentliche Meinung verurteilen diese Plane als einen listigen Ueberfall gegen die spanisch-jüdische Bevölkerung, die Salonik aus einer unbedeutendst Valkanstadt zu einen: Weltnurrkt ersten Ranges urH einem wichtigen Hafen entwickelt haben,