Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · p. 464

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Article
Die Juden im russischen Vorparlament
Date
1917-11-01
Page
464 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2316602-2316864-2316874-2352999--27875-2353140
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

464 Im ©culf<3>cn Reichs bctf ,,baft tue TOcTin-aT;! der jnbiftncit ^ixitiTcr trt Berlin ans Rußland iianunt“. ^Kau fann in so wenig Worten an grotesker Wahchcitrwn'drehung unmöglich 'mehr leisten!, Daß unter denen, die in .Rußland dre Revolution vorbereitet Huben, die sie dnrch-- führten nnv ixe b«n\i in ihrem ^Urincu regierten, feilt Jude -ich befindet, welß alle Welt. Die Versuche, Kerenski, Tscheidse^ uisw., 'zu Juden zn machen, sind Possen; ebenso weiß man, daß. das gewaltige russische Reich dem: doch andere Fragen hatte, als die „Indenfrage", um die sich, „alles dreht"! Und endlich braucht nicht erst gesagtzu werden, daß Rußland, in dem jetzt die wüste Anarchie herrscht, keinem Menschen als „Musterländle" gilt. Die Feinde nennen uns Deutsche, „Hunnen" imi> „Barbaren"^— weit schlrmmer ist es aber, weint sich derlei- Blätter ,cheutschvö Tisch" iteiutcu* nennen.- Auf antisemitische Anfragen sind u. a. folgende Bescheide seitens der Reichsregierung ergangen: Line Bevorzugung der Juden bei Kriegsgesellschäften findet nicht statt. Begründete Beschwerden über das Berhalten, jüdischer Beauftragter der Kricgsgesellschaften im neutralen Auslartde .sirtd der Reichsleitung nicht bekannt geworden. Line Stellungnahme zu solchen Beschwerden und gegebenenfalls eine Abhilfe ist nur mög* lich, wenn bestimnrte Linzelsällenamhaft gemacht werden^ Berlin, den 22. September 1917. Der Stellvertreter des .Reichskanzlers Dr. H elf'f erich.- Ls ist nicht in Aussicht gctwmmen, auch das; übischrituelle Schächten zn verbieten. Die Lewinnung auch desjenigen Blutes für den menschlichen Genuß, das setzt infolge der Hinwendung des jüdisch-rituellen SchächtschniLLs verloren geht, ist nicht von so großer Bedeutung, daß es gerechtfertigt wäre, über die Bedenken einer Religionsbedrückung der strenggläubigen jüdischen Mitbürger hinwegzugehen und. mit Strasvorschristen in die Satzunggen einer anerkannten religiösen Gemeinschaft in Deutschland einzugreifen. Die durch das Schächten hervorgerufenen. Verluste lassen sich überdies durch Anwendungen der Schlundzange, auf deren Benutzung allgemein hingewiesen ist, erheblich vermindern^ Soweit das Mut infolge dieser Schlachtungsart verunreinigt ift* kann es zu technischen Zwecken Verwendung fürder^ Berlin, den 24* September 1917. «v» Der Reichskanzler^ In Vertretung: vr, HelfFeriK Der hundertste Todestag Taöeus Asscruszkos, den Polen im Oktober beging, hat auch für .die «Juden Interesse — ein doppeltes Interesse in dieser Kriagszeit. War cs doch Koscichszko, der, wahrend der von ihm geführten Kriege der Polen gegen Rrtß?- land, zuerst die KriegstüchLigkeit der Juden erkannt, gewürdigt und ausgenützt hat. In den Kämpfen bei .Warschau. zeichneten sich hie jüdischen Soldaten besonders ans. Ihr Führer, Verkv Ioselowicz, brachte es .spater ün der polnischen Armee Bonapartes zum Obersten. In den Gründen zur LmanzipaLion der Fudep. m Preußen spielte auch der Stuwers auf Oberst Foselowicz eine Rolle. KosciuszLo aber blieb ein warmer Freund der Juden bis LN sein Kndez

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.