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Im deutschen Reich · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · p. 453

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Article
Germanische Freundschaft
Date
1917-11-01
Page
453 (sequence 5)
Language
German
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Theodor Mommseik. 453 Jugend „so" erzogen wird, wenn sie in eine blondblaugermanische als obere Edelschicht nnd in die anderen eingeleilt wird, und wenn jener oberen Edelschicht Wahnideen eingeblasen werden? Was der deutschen Jugend not tut, um sie zu befähigen, die Zukunft Deutschlands zu sichern, das ist eine andere Erziehung, die Erziehung zur Wahrheit, Ehrlichkeit und Selbsterkenntnis, nicht die Erziehung zur Selbstüberhebung. *fe Theodor Mommsen. Aum IW. Geburtstag, 30. November. Von Michael Fraenkel, Vreslarr. Nicht der Gelehrte oder der akademische Lehrer soll an dieser Stelle gewürdigt werden, vielmehr soll hier, an diesem bedcutungsvolleu Gcdcnltagc, daran erinnert sein, wie Theodor Mommsen sich seinerzeit zu der bekannten antisemitischen Bewegung in Berlin, die bis in die Hörsäle der Universität getragen wurde, gestellt hat. Hören ivir, was er in seiner Broschüre: „Auch ein Dckt über unser Judentum" (Berlin 1880 — 3—5 Auslage 1S81' Wcidemannschc Buchhandlung) hierüber sagt. Jin Folgenden sind wesentlich nur persönliche und nebensächliche Stellen sort- 'gelassen. Das, was hier geboten ist, wird jeden: Leser als direkt für unsere Zeit geschrieben erscheinen; gewiß ein nicht zu verachtendes Zeugnis süc den Wahrheitsgehalt der ganzen Schrift, wie für die geistige Größe des Verfassers: „Die deutsche Nation ruht, darüber sind wir wohl alle einig, auf dem Zusammenhalten und in gewissem Sinn dem Vcrschclzen der verschiedenen deutschen Stämme. Eben darum sind wir Deutsche, >vcil der Sachse oder der Schwabe auch den Rheinländer und den Pommern als seines Gleichen gelten läßt, das heißt als vollständig gleich, nicht blos in bürgerlichen Rechten und Pflichten, sondern auch im persönlichen und geselligen Verkehr. Wir mögen den sogenannten engeren Landsleuten Noch eine nähere Sympathie entgegentragen, manche Erinnerung und manches Gefühl mit ihnen teilen, das außerhalb dieses Kreises keinen Wiedcrhall findet; die Einpfindung der großen Zusammengehörigkeit hat die Nation geschaffen und es würde aus mit ihr sein, wenn die verschiedenen Stämme je anfangen wollten sich gegen einader als Fremde fühlen. Wir verhehlen uns die Verschiedenheit nicht; aber wer recht fühlt, der erfreut sich derselben, weil die Fülle der in unser großes und schicksalvolles Volk gelegten Gaben und.der ihm aufgelegten Verpflichtungen von keinem einzelnen Stamm ganz entwickelt und ganz gelöst werden kann.

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