Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 9 (September 1917)
- Article
- Herrn Br. Begr, im Felde
- Date
- 1917-09-01
- Page
- 379 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefkasten. Briefkasten. Herrn Vr. Vegr, im Feld (Rußland). Dias der Heine'schert Form nachgesLümperte Gedicht von Max Bewer, das zum so und so vielten Male Rotschild als englisch, gewordenen deutschen Juden begeifert, ist uwch läppischer als die sonstigen EuzeuZnisssj dieses im Antisemitismus entarteten ehemaligen Talents. Bewer beschimpft den Londoner Rotschild, den Arenkel eines Frankfurter Juden, ebenso Cassel und noch einige Phantasie-Rameuzu denen die lebenden Personen fehlen, das Gedicht schließt aber mit einer bizantinischen Katzbuckelei vor dem deutschen Adel. Dabetz merkt der „Dichter" gar nicht, daß 'sein giftiger Spott sich mijt zehnfacher Schärfe gegen den englisch gewordenen deutschen Hocha d e l wendet, gegen den König Georg, der Enkel eines Prinzen von Koburg ist, gegen die BaLLenberg, Teck usw., die wahrlichweniger als die Juden Anlaß hatten Deutschland den Rücken zu kehren,- und die nun als Engländer Gegner Deutschlands sind. Venno LNagösLurg. Der Lutherartikel von Eugen 'Sierke ist auch uns, sogar in mehreren Blättern, begegnetdenn er ist durch eine bekannte, übrigens von einem jüdischen Verlag herausgegeöene Feuilleton-Korrespondenz verbreitet worden. Aber Ihre Empfindlichkeit ist etwas übertrieben, wenn Sie sich durch die Wendung verletzt.fühlen, daß auch die Inden „das Landvolk aussogen und in Schulden verstrickten". In erster Reihe und viel kräftiger erhebt der Verfasser diese Anklage gegen „Geistliche und adlige Herren", die in der „Ausquetschung" der Bauern wetteiferten^ Die Juden aber waren damals durch die Härte törichter Gesetzeauf die Geldgeschäfte angewiesen, jeder andere Erwerb war ihnen verwehrt. - Der Verfasser jenes Artikels, Eugen Sierke, ein angesehener und charaktervoller Publizist, ist kein Antisemit. A)rlhe!nr <§—a, WaaHeöurg. Ibrahim Mansur Effeudi, der in reichbewegten und fesselnden ^„Memoiren aus Griechenland und Albanien" (1827) den niederträchtigen englischen Schacher mit Ali Pascha von Ianina schildert, war ein Jude. Er war 1778 in l^Lraßburg geboren und hieß eigentlich Samson Cerferr. Den! türkischen Aamen mußte er, zugleich mit denmohamedanischen Glauben annehmen, als er in die Gefangenschaft Ale Paschas geriet, der ihn zu seinen Festungsoanmeister machte. Fm Gemüts Jude und Europäer geblieben, schildert er voller Abscheu unjd Ingrimm, wie die Engländer, diese „Beschützer" der kleinen Völker, die epirotische Stadt Parga erst ihren jetzigen Verbündeten., den Franzosen, durch -UeA n Beuch ung und mit Gewalt abgenommen, sie aber dann st - r* nz drei Millionen Frankem, an Ali Pascha verkauft i romr. " a wi wußten sie sehr Wohl, daß sie damit sie 4000 M ab" nn chr ist lachen Bewohner der völligen Beraubung- B ' w.n-rm g oder Vertreibung aussetzten. Gänzlich verarmt sst'rkFe ' d^ meisten nach Korfu. Herr L. Ag„. Kiel Besten Dan? für den Hinweis auf den sogenannten Roman -,R e ö b Sch m u l"st Wenn die antisemitische Literatur nur derlei Schmöker niedrigster Gattung hervorörachtedann würde die -ganze Partei einer ernstlichen Beachtung nicht bedürfen. Das Buch, im rohen und ungebildeten Stile der schlechtesten Hintertreppenromane geschrieben) ist schon durch seine tätliche Langeweile unschädlich. Geradezu? grotesk ist aber die vollkommene, gründliche Ankenntnis jüdischer Angelegenheiten. „Rebö" hält der Verfasser für einen Vornamen. Er spricht immer vom „kleinen Rebb" und läßt'den Jungen von seinen Eltern „Roö" rufen. Die „Mesuse" an den Türen nennt er „Mezanta" und gibt vpn ihr eine törichte Beschreibung. Die antisemitische Tendenz hält sich