Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 9 (September 1917)
- Article
- Großes Heil
- Date
- 1917-09-01
- Page
- 374 (sequence 2)
- Language
- German
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374 Im derrtMn MM. 24. August („Trntmgi") nahezu drei vvlle Spalten chres großen Formats. — Aber noch ein anderer glücklicher Fund war dein Blatte LesHieden! In Berlin ist ein Mann namens „Moses genannt Sltofer“ wegen Kakao-Kettenhandels verurteilt Worden und auf der Rennbahn in Berlin wurde ein Mann ertappt, der nicht nur die Frechheit hatte, zu stehlen, sondern die weit größere Frechheit, Krünberg — man denke Grünberat zu heißen, Kann sein, daß auch dieser Verruchte ein Jude war. Aber wieviele Bogen müßten wir in dieser ZerL der PapierrwL täglich verdrucken, wenn wir auch nur ganz knappe und nicht gleich dreispaltige Berichte Über verurteilte Mchtjuden veröffentlichen sollten! wie der Krieg Offiziere von ihrem AnLisemiLenLum geheilt hat, das erzählt FMrabbiner Dr.: Hausner in einem Privatbrief an einen Freunds Mir lesen in diesem zufällig an die OeffenL- Lichkeit gelangenden .Schreiben u, a.: „Mein Divisionär, Generalmajor v. Grub er, die Perle und Pracht eines Menschen und iSoldaten, sagte mir wörtlich: „AntiseMitsche Offiziere erklärten Mir, sie seien unter dem Einflüsse Ihrer Leistungen und Ansprachen beinahe zu einer Revision ihrer Ansichten in puncto Iudenfrage jgelangt/ Sin anderer österreichischer Dwisionär, Feldmarschall Edler % Kalt enborn, empfing Mich mit folgenden Morten: „lieber Ihre Juden lasse ich nichK Schlechtes sagen, sie sind die verlaMchsten Elemente und wie mir von Seite der Kommandanten gemeGet wird, sind sie brav und tapfer; der Jude tut auf jedem militärischen Posten seine Pflicht, ich bin mit meinen jüdischen Soldaten mehr als zufrieden/ Die Landwirtschaftliche Gemüse- und Göstverwertungs e. G. m. b. K. suchte jüngst durch eine Anzeige eine „perfekte Stenotypistin^ — die Fremdwörterei ist ein edles Vorrecht der Ardeutschen — und fügt ausdrücklich hinzu: „Christin". Von verschiedenen Seiten wurde uns diese Anzeige eingesaudt in der irrigen Annahme, es handle sich da um eine staatlich eingesetzte K r i e g s g e s e l l s ch a f t, Das ist die „e. K. nu b, A." nicht. Sie ist von Obstu. Gemüsezüchtern gebildet zu hÄN edlen Zwecke, uns die Lebensmittel so sehr wie nur irgend möglich tzu verteuern. Daß, die Gesellschaft dabei jüdische .Mitwirkung nicht wünscht, ist nach ihrem „agrarischen" Ursprung zu verstehen und kann uns nur recht sein,- Für diese KemÄe- und Obstverwertung ganz besonders gilt das Wort Des MaWaus-Evaugeliums „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Eine Regung der Selbsterkenntnis ist bei den .Antisemiten selten und darum um so bemerkenswerter. Der „Hammer" (Blätter für deutschen Sinn", bst auch für das Gegenteil) bringt in seiner Aumwer 364 vom „15, August (Gräting)" einen Artikel „Wie der Parlamentarismus in Wirklichkeit aussieht" von Otto Weber, Der Verfasser geht Mit dem Parlamentarismus sehr hart ins Gewicht uno schreibt in Bezug auf die Wahlkämpfe u. a. : «Ist mit Feststellung dieser Tatsache schon der Geltung des Begriffes „Volksvertreter" ein gelinder Stoß versetzt worden, so gelangt man bei Näherer Betrachtung der eigentlichen Mahlmache zu einer noch anderen Beurteilung, Mer jemals — sagen wir, nur in den letzten 15 Fahren — Gelegenheit gehabt hat, Miv oder als vorurteilsloser und unparteiischer Zuschauer an Wahlkämpfen teilzunehmen, der wird mit Schaudern an diese Tage zurückdenken. Wieviel persönliche Gehässigkeit, ja Schmutz und Gemeinheit aus dem Sümpfe eines politischen Mahlkampfes emporgährt, das alles auch nur annähernd zu beschreibeu, vermag keine noch so weit ausgreifende anständige Feder, Gs ist unerhört traurig und