Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Der völkische Gedanke und die Verwirklichung des Zionismus [Rezension]
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 330 (sequence 2)
- Language
- German
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330 Im deutschen Reich. Wohl litt er am Deutschtum, tote alle großen Patrioten damals an ihm litten, die ihre Vaterlandsliebe in Verbannung oder auf d'ie Festung, ins Gefängnis trieb, wie Freiligrath, Fritz Reuter, Kinkel. Dr. F. Siebert befyanbelt feinen Gegenstand mit ehrlicher Aeberzeugung, mit Gründen, die nicht stichhaltig aber doch der Achtung und Beachtung wert sind und seine Ausführungen schielten darum einer eingehenden Erörterung -würdig. Die laute Zustimmung, die er vor geräuschvoll antisemitischer Seite erfahren hat, wird ihn selbst inzwischen stutzig gemacht haben. .“-12. * Briefkasten. Frau Dr. Fanni XO—, VuSaxesL. Wir haben die Mitteilungen über den greisen Simon Krummer in Esztergom, (Angarn), dessen acht Söhne seit Kriegsbeginn im Felde sich auszeichnen, keineswegs übersehen. Wir haben nicht minder erfahren, daß König Karl dem alten Herrn ein schönes Geschenk gemacht hat und daß bei der feierlichen Aeberreichung der F ürstprima§ vo n Ungarn diese jüdische Familie als leuchtendes Beispiel zeigte. Aber wir mögen nicht ohne Rot auf solche Fälle jüdischen Opfermutes Hinweisen. Volle Pflichterfüllung im Dienste des Vaterlandes ist am Ende, Lei Ihnen dort wie bei uns, eine Selbstverständlrchkeit. Herrn JusLizr. F. Dzg, Aeber die verleumderische, zur Ablenkung von der richtigen Spur bestimmte Lüge vom jüdischen Lebensmittelwucher müssen wir!uns andauernd mit den bekannten führenden Organen des Antisemitentums auseinandersetzen. Die kleinen Fachblattcheu, deren Ramen wir vordem noch nie gehört staben und die. hinter jener Presse einherstolpernd, im Stallknechtstone ebenfalls einiges Geschimpfe nachbelfern, würden durch eine Erwähnung nur eine unverdiente Ehre und eine erwünschte Reklame erfahren. Herrn Kanonier H . . .. . int Felöe> Vesten Dank für frdl. Aebersendnng des grünen Programms der Konzert-Aufführung von Mitgliedern des Dresdner HoftheaLers im Theater zu Eh-arleville am 7. Juli. War begreifen vollkommen die Eanpörung, die Sie bei dem abstoßend rohen antisemitischen Couplet erfassen mußte. Wenn der Sänger dieses Gassenhauers „Der Moses kommt" wirklich- Herr Josef Pauli, das bekannte und mit Recht geschätzte Mitglied des Dresdner tzoftheaters, einer unserer vornehmsten Bühnen also, ist, dann muß die Verirrung zu jener argen Geschmack- Losigkeit doppelt erstaunlich sein. Wir erfahren mit Genugtuung aus Ihrem Brief, daß die Hörerschaft, die bis dahin dein künstlerisch vornehmen Programm mit dankbarem, stürmischen Beifall folgte, von jener antisemitischen Abgeschmacktheit sich abgestoßen ffühlte, Herr Dr. V. J., hier. Für den Hinweis auf die ziemlich scharfen und recht interessanten Auseinandersetzungen zwischen Dr. Fr. Thiermann und v. Heydebrand und v. d. Lasa in den „Grenzboten" besten Dank. 'Es handelt sich, da freilich um eine Hausangelegenheit der Konservativen. Immerhin nehmen wir — ohne Aeberraschung — Rotiz von dem Zugeständnis, daß das „Häuflern Alldeutscher, das im Reichstage überhaupt nicht zählt, die konservative Partei bisher mehr k o m p r o mit r ert als a e « fördert hat."