Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Das Kol nidre-Gebet
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 322 (sequence 2)
- Language
- German
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322 Im Deutschen ReiH.- Frucht gründlichster Forschung und gewissenhafter, fesselnder Darstellung, heißt es in bezug auf das Kol nidre-Gebet: „Dieses Stück findet sich! am Beginn des Wendgebets zu Anfang des Versöhnungstages. Infolge dieser Stellung am Anfang des höchsten Festes (Elbogen iS. 154) ist es mit besonders schönen und feierlichen Melodien ausgestattet -worden, die seiner inneren Bedeutung eigentlich gar nicht entsprechen. Es betrifft nämlich die Auflösung von „Verpflichtungen gegen die eigene Person oder V erp fl i chtung en in bezug auf r itnelle V e r o r d n u n g en & e r Gemein d e" und entstammt einer großen religiösen Aengstlichkeit, die sich davor fürchtet, iw Sachen des religiösen Gelübdewesens) das, wie in arrderen Religionen, so im Judentum eine Rolle spielt, irgend etwas zu versehen. Ursprünglich wurden vom letzten his zum gegenwärtigen Versöhnuugstag die Gelübde aufgelöst. Seit dem 12, Jahrhundert bezieht man die Auflösung auf die Zeit vom gegenwärtigen bis zum nächsten Versöhnungstag. Das Stück muß! wm 800 n. Ahr. entstanden sein. Wan hat die Juden wegen dieses Stückes vielfach, angegriffen. Jedoch mit Anrecht. Gemeint sind nur Gelübde rein persönlicher Art, und zwar solche, d-ie „aus Unbesonnenheit mittelst eines Irrtums oder Affekts getan werden (Heidenheim, Machsor, Bd. 6, Rödelheim, S. .29), nicht die mit Besonnenheit getan werden oder, zu denen man gerichtlich angehalten wird. Solche lassen sich nicht anflösen". Moderne Gebetbücher enthalten das Stück nicht/ Dr. Friedrich Adler, der wegen Erschießung des -österreichischen Ministers Stürck Verurteilte, wird in alldeutschen Blattern noch immer für einen Juden ansgegeben. Sein V a L e r ist k a t h o 11 f chi. Er war sogar wit seiner Familie nach Rom gereist, um dort die Taufe zu empfangen. > Eine Schwester Dr. Friedrich Adlers ist mit dem geadelten Hofrat Dr. Halban verheiratet, dessen katholische Frömmigkeit eine .gewisse Berühmtheit erlangt hat. Die Frage nach öer Ronfessiorr. Das Bayerische Kriegs- Ministerium, Armee-Abteilung, erteilte jüngst aus eine Eingabe des Mitgliedes der Kammer der Abgeordneten Herrn Dr. Süßheim,. Nürnberg, folgenden Bescheid: „Bei dem von Euer Hochwohlgeboren zur Sprache gebrachten Fall einer Rückfrage nach, der Konfession der Mannschaften in der Fleischdersorgungsstelle München handelte es sich um eine unvermutete Prüfung der richtigen Durchführung der Ablösung der k. v.-Mannschasten, bei der die Personalien der einzelnen Leute in ein Schema eingetragen wurden, das neben den übrigen Angaben auch Hie Konfession enthält. Zu irgendeiner Konfessionsstatistik werden die von der Prüfungskommission gemachten Ausschreibungen nicht benützt. Da der -Zweck dieser Prüfungen auch, ohne Feststellung der .Religion des Einzelnen erreicht.wird, hat das Zuständige stellvertretende Generalkommando I. A. K. ungeordnet, daß bei künftigen Prüfungen die Feststellung der Religion zu unterbleiben hat, v. Kreß, Aunr Prozeß Veilis. Düs „Israel. Wochenblatt für die Schweiz," schreibt: Bekanntlich wurde gleich! nach- Amtsantritt des revolutionären FustizminisLers A. Kerenflh eine Kommission ernannt zur Untersuchung der beeinflussenden und dirigierenden Tätigkeit der höheren und höchsten Organe des Justizministeriums in dem berühmten intb schändlichen Meilisprozeß. Neuerdings gelang es nun der Antersuchungskommission, wichtige Dokumente zu entdecken, welche auch die wahren Motive der Vertreter der Zivilklage und die ,unparteiischen" Expertise schonungslos bloßstellen. Der große Progromapostel Samhslowski, welcher in den Gerichtsverhandlungen