Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Aus Oesterreich
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 321 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 321 ckbhängia gemacht worden. Runmchr hat das Abgeordnetenhaus am 14. Juli 1917 der genannten Verordnung die Genehmigung versagt worauf sie durch Verordnung des Gesamtministeriums vom 17. Juli aufgehoben wurde. Ebenso wurde die Verordnung des Iustizministers aufgehoben. Damit ist eine gegen die zahlreichen jüdischen Advokaten gerichtete Bestimmung beseitigt worden. „Die jüdische Sprache und IckulLurgemeiuschafL in polen“ nennt sich eine statistische Studie, die Wjlad. W. Kaplan-Kogau im Aufträge des „Komitees für den Osten" verfaßt und im R. Löwit-V erlag hier der Oeffentlichkeit übergeben hat. Mit ungewöhnlichem Fleiß und kritischem Sinn hat der Verfasser hier in der nüchtern knappen und doch so beredten Sprache der Ziffern die Verteilung, Entwicklung, wirtschaftliche Lage und den Kulturzustand der Juden in Kongreß-Polen dargestellt. Ans den starren tziffern-Reihen treten uns anschaulich die Ideen- und Entwicklungs* reihen entgegen, und die Tabeklen sind von packender Beredtsamkeit. Wie die zwei Millionen Juden Polens sich über die zehn Gouvernement- und über alle Berufs arten — audy über die schwersten, — verbreiten, sehen totr hier mit wachsendem Interesse, wir gewinnen Einblick in die besonderen Verhältnisse Warschaus, daH mit 300000 Juden die größte jüdische Gemeinschaft Europas ist. und die neun größeren Städte Polens, in denen die jüdische Einwohnerschaft 90o/o der Gesamt-Bevölkerung bildet. Es wird künftig niemand die Verhältnisse der Juden in Polen beurteilen können, der sich nicht das reiche Material dieser Schrift zu eigen gemacht hat. Einer einzigen Ergänzung bedarf unsere im vorigen Heft veröffentlichte Tabelle des Anteils jüdischer Professoren au den Lehrstühlen unserer deutschen Universitäten. An der Universität Königsberg wirkt ein Ordinarius jüdischen Glaubens — was hiermit festgestellt sei. Der Turm von Vabel ausgegraben. Professor Friedrich Delitzsch berichtet in der Wochenschrift „Umschau" über einen Besuch 1er 'Ausgrabungsstätte von Babylon, den er hi( letzter Zeit ab* peftattet hat. Die Ausgrabungen ruhen während des Krieges, aber ihr Leiter Professor Koldewey und sein langjähriger Mitarbeiter halten an der Trümmerstätte Macht. Die Ausgrabungen haben unter anderem die Neste des in der Bibel erwähnten Turmes von Babel ans Licht gebracht. Vorläufig sind die Ausgrabungen dort noch nicht weit gediehen, aber man laim doch bereits eine Vorstellung davon gewinnen, daß dieser Bau seine Berühmtheit taw sächlich verdient hat. Der Türm war umgeben von einer Ringmauer, die einen ganzen sMald von kleinen Türmen — die Zahl wird auf Lausend angegeben •— in die Luft reckte. Ein Aeberblick von einem erhöhten Punkte über das Ruinenfeld von Babylon tut dar, daß Diese Weltstadt des Altertums an Ausdehnung sogar» das kaiserliche Rom übertraf. Das Kol nröre-Gebet wird im Katechismus der Antisemiten, im Katechismus der Verhetzung und Verleumdung also, noch immer als eine Art Entbindung von allen Erden verdächtigt. Was Hilsts, daß alle Autoritäten, alle die den Text kennen und den Zusammenhang verstehen, jene Auffassung als dreiste Erfindung der Anwissenheit zurückweisen? Die Verhetzungs-Litanei wird weitergeleiert. Jetzt erscheint in der wertvollen Sammlung „Religionsgeschichtliche Volksbücher für die deutsche christliche Gegenwart" als Heft 21/22 (Tübingen, I. E. B. M o h r) eine Schrift von nie. tlieol. Paul Fie big, Gymnasialoberlehrer in Gotha, die sich much eingehend mit den jüdischen Gebeten befaßt. In dieser Schrift, einev