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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 320

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Der kleine Napoleon
Date
1917-07-01
Page
320 (sequence 2)
Language
German
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320 Im Deutschen Reich. sucht es Mit Bestechungen, mauschelt mit der Sprache. und- MrL allen Gliedern und vereinigt jede Art von Lächerlichkeit in sich.- Der genialen Lharakterisierungskunst!Max P alle n b e t g s , der in dem Stücke ffowohl den Napoleon wie den Cers spielt, konnte die Doppelrolle als dankbare schauspielerische Aufgabe immerhin verlockend erscheinen, obwohl seine reiche Knust höhere Aufgaben fordert und glänzender lösen kann. Diese neue Darstellung eines unsagbar verächtlichen, mauschelnden Possenjuden, wie er eben nur aus der Possenbühne iaber nicht im Leben -zu finden ist, liefern nur lauter Juden — sicherlich unbedacht und nicht in üble? Absicht aber doch Zmit übler Wirkung — den schadenfrohen Antisemiten. Die Verfasser, der geniale Darsteller der Hauptrolle und der Unternehmer, der SommerdirekLion im Deutschen Theater sind Juden. Wie sagte doch! einmal jemand in der Maienblüte der modernen Iudenhetzbewegung: „Aus dem Antisemitismus wird nichts werden, bis ihn nicht einige tüchtige Juden in die Hand nehmen?" Sie finden sich leider, diese „tüchtigen Juden \u SchLscheglorviLsrm Die Untersuchung über die Tätigkeit des früheren Iustizministers S ch t s -ch e g l o w i Lo w, der während der ersten Revolutionstage in Petersburg verhaftet wurde, führt der „Ajetsch? zufolge zur ^Erhebung der Anklage wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt, Urkundenfälschung und Verheimlichung eines M o r d e s. Die letzte Anschuldigung, die weitaus am schwersten wiegt, gründet sich darauf, daß 1911 in Odessa auf ausdrücklichen Befehl des damaligen Generalgouverneurs TolmaLschew ein unschuldig verhafteter Jude namens Motel Ischer von der Polizei umne bracht wurde; die Akten über diesen, Vorfall forderte Schtscheglowitow ein und liest Kann auf Grund eines völlig entstellten Immediatberichtes die Untersuchung durch den damaligen Zaren Niederschlagen. Die Putersuchun gs kommission hat wegen der engen Verbindung SchtscheglowitoWs mit dem „Bunde echtrussischer £eute“ auch die Nachprüfung der Akten über die Ermordung der Abgeordneten zur ersten Duma, Iollos und H erzen st einangeordnetum festzustellenjob Schfcheglowitow auch an diesem Verbrechen beteiligt war. Auf öer eifrigen Suche nach jüdischen Lebensmittel-Wucherern hat das unermüdlich alle Erdenwinkel durchstöbernde Alldeutsche Blatt in seiner Nummer 21 vom „25. Wonnemonats", eine ganze Anzahl urchristlicher Vrothändler (Azeciua, Eeptuls, Schulz, Forhau, Guriak) zur Strecke gebracht, nur weil eine Angeklagte, eine siebzehnjährige Verkäuferin, Ida F ra n k e n st e i n, jüdisch zu sein schien. Es wird uns nunmehr smitgeteilt, daß auch diese! Verkäuferin, gleich allen anderen Angeklagten, christlich, von Glauben nnd Abstammung christlich!, war. Wenn die Alldeutschen aber anfangen wollen auch die nichtjndischen Lebensmittel-Wucherer aufzuführen — ein sehr löbliches Beginnen —' dann werden sie ihren Amfang sehr stark vergrößern und jauf die Aufnahme anderer Beiträge verzichten müssen, ohne dabei doch, das ganze Material bewältigen zu Wunen. Aebrigens ist der Fall, über den das antisemitische Blatt 'am 25. Mai berichtet hat, erst am 26. Juni zur öffentlichen Verhandlung gekommen. Aus Oesterreich. Durch Verordnung vom 11. Februar 1915 war es den Advokaten ans Galizien und der Bukowina, die wegen der russischen Invasion das Land verlassen hatten, verboten worden, in Wien ihrer Praxis nachzugehen. Durch eine gleichzeitige Verordnung des Justizministers Hochenburger war die Eintragung von Advokaturskandidaten in die Advokätenliste des Wiener Oberlandes gerichts vom Nachweis einer zweijährigen 'Eintragung

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