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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 315

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Zur Reichstagsrede des Herrn Abg. Dr. Cohn
Date
1917-07-01
Page
315 (sequence 2)
Language
German
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Vermischtes 315 Entgegengesetzt sind. Sr mußte wissen, daß seine Aeußerungenj von böswilliger Seite gegen die Gesamtheit der Juden ansgenutzt werden und wie wenig BWerhall sie gerade in jüdischen Kreisen finden würden. Gewiß ist richtig, daß die Ausführungen des Herrn Dr. Cohn in der Presse vielfach 'entstellt worden sind und daß, nach, dem stenographischen Bericht zu urteilen, Herr Dr. Cohn in wesentlichen Punkten anders gesprochen hat, als die Zeitungen! es Wiedergaben. Trotzdem bleibt noch, genug übrig, was die Bemerkung angezeigt erscheinen -läßt, daß das deutsche Judentum mit der Politik und den Beden des Herrn Dr. Cohn nichts gemeinsam hat. pr Gustav Mcvxint Der S chutzverb and Deutscher! S ch r i f t st eller sendet rrns mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Protest: ,,Gegen den in Starnberg lebenden Dichter Gustav Meyrink richten feit Wochen gewisse Blätter heftige Schmähungen, die auf seine vor zwölf Jahren erschienenen satirischen Novellen zurückgreifend, den Anschein zu erwecken suchen, als sei Gustav Meyrink ein Schädling der deutschen Literatur, als habe er „die deutschen Frauen tenslich verhöhnt'' und „Modergestank" um sich verbreitet. Dabei scheint die regelmäßig wiederrehrende Behauptung Meyrink sei Jude — er ist weder Jude noch stammt er v o n I u d e n ab — zugleich eine Art antisemitischer Hetze gegen ihn in die Wege leiten zu wollen. Die Anterzeichneten, die Gustav- Meyrink als Menschen von lauterster, vornehmster Gesinnung 'kennen und als einen unserer hervorragendsten Erzähler hochschätzen, legen gegen jene niedrigen persönlichen Angriffe Verwahrung ein und betonen, daß sie in seinen Werken lüemalg irgendwelche Verunglimpfungen, sondern nur die jedem Dichter freistehende Satire gegen lächerliche oder Unerfreuliche Erscheinungen der Zeit gefunden haben. Rniv.-Prof. vr. v. Aster und Frau. K. Botschafter Gras Bernstor ff. Frau Pastor K ü lp e. Aniv.-Prof. vr. Artur K u 1 s ch e r. Heinrich M a n n. vr. Kurt Ma r L e n s. Frau Adele von Moser. Hermann Frhr. v. R i e s e - S t a l l ö u r g. Tilla Freifrau v. Boeder- Di i e s b 'u r g. Dr. med. Frhr. Ao von Schrenk - Notzin g. Prof. Dr. h. A. hde - Bern a h s, Frank W ed e kind. Felix Edler von W e ingar tuer." £?err Krof» Aöslf Sattels, 5er „Drunnre". D^er „Kunstwart^ des Herrn Ferd. SAdenarius, der sich „rühmen" darf, Herrn Adolf Bartels vor beinahe zwei Jahrzehnten in die deutsche Publizistik eingeführt zu haben, hatte im vorigen Jahre geschrieben: „Wer auch im Kriege noch nicht gelernt hat, daßjeder Bürger des deutschen Staatsverbandes als Beutscher mitzählt, und daß es unbedingte Notwendigkeit ist, ohne Vergewaltigung und ohne Beleidigung miteinander auszukommen, der ist wohl vor allem dumm." Herr Avenarius hatte auch smitgereilt, daß er hieraus mehrere Entgegnungen erhalten hat. Ein ganz Entrüsteter, dessen Namen er aber verschwieg, habe sich stolz dazu bekannt: „Da bin ich dumm; denn ich sage: in Sachen des deutschen Staatsverbandes haben alle die, die nicht dem Blute nach zum deutschen Volke gehören, nicht mitzu reden." Dieser wackere völkische Mann, dev selbst den Vorwurf der Dummheit gern aus sich, nimmt, wenn nur das Rassendogma gewahrt wird, war, wie er mit schöner Offenheit jetzt selbst in 'seinem Artikel des „Deutschen Volkswart" bekennt, —; Herr Adolf Bartels aus Weimar. And wie steht es mit den Tausenden von j ü d i s-ch e n K v i e g e r n, die im Kampfe für Deutschland gefallen sind? Hatten sie auch nichts mitzu reden, so hatten' sie doch mitzusterben . ,

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