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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 309

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Ueber angeblichen jüdischen Kriegswucher
Date
1917-07-01
Page
309 (sequence 2)
Language
German
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Ein Heldenleben und — Sterben. 309 rigkeiten die Landwirtschaft in der Kriegszeit zn überwinden hat) weit davon entfernt, zn übersehen, wie große Verdienste sich die Landwirtschaft um die All^meinheit erworben hat. Auch den großen Verdienst, den die Einzelnen dabei einstreichen, mißgönnen wir ihnen keineswegs. Aber es soll doch nicht übersehen werden, daß die Juden — bis auf wenige Ausnahmen — durch den Krieg schwerste Einbuße erlitten, vielfach verarmt sind, daß dagegen der Wohlstand der Ljandwirte sich ungewöhnlich gehoben hat. Für die Früchte desselben Baumes, desselben Gartens, für die Molkereierzeugnisse desselben Stalls, für die Ernte desselben, allerdings unter viel größeren Schwierigkeiten bebauten, Ackers erhalten sie gegen die Friedenszeit ins Vielfache gesteigerte Preise. Das ist gewiß zumeist ein natürlicher, durch die Verhältnisse ihnen zuwachsender, einwandfreier Gewinn. Wenn aber nachden Urhebern der künstlichen Lebensmittel-Verteuerung gefahndet wird, so wird man auf einen Juden, den die alldeutschen und antisemitischen Blätter bei ruheloser Jagd auf jüdische Angeklagte in irgend einem ungarischen Städtchen auftreiben, ein Schock nichtjüdischer Verurteilte Nachweisen können. Wir haben, im Unterschiede zur antisemitischen Presse, noch keinen einzigen genannt — unser Material ist, wie wir oft betont haben, eine Abwehr- und keine Angriffswaffe, aber wir werden zu dieser Abwehr auch vollauf gerüstet sein, wenn man sie uns aufnötigt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Landwirtschaft im Dämmer ihrer abgelegenen Dörfer sich betätigt, wohin die Scheinwerfer der Ueberwachung nur schwer dringen, während die Kaufleute in den Städten unter der scharfen Beaufsichtigung der Behörden und der noch viel wachsameren Miß g unst leben. Wenn aber das „Bauernblatt" sich zu der Verleumdung versteigt, daß „prozentual der Jude am wenigsten Opfer an Gut und Blut gebracht hat", so wäre dagegen auf die Tausende im Felde gefallener Juden hinzuweisen, wenn eine solche Beschuldigung überhaupt der Beachtung gewürdigt werden könnte. & Ein Heldenleben und — Sterben- Wenn in diesem gewaltigsten aller Weltkriege, in dem der Tod die Massenernte von tzunderttausenden und Millionen junger Menschenleben hält, wenn da die dankbare und bewundernde Erinnerung an einen Gefallenen nach Jahresfrist noch so frisch und stark ist, dann muf;, dieser Eine wohl eine ganz ungewöhnliche Erscheinung gewesen sein. Und das war Siegfried Elias aus Krefeld offenbar. Einer seiner Lehrer vom dortigen Realgymnasium schreibt uns über ihn u. a.: „Der Dahingeschiedene war während seiner Schulzeit einer den besten

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