Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Die jüdischen Flüchtlinge
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 282 (sequence 2)
- Language
- German
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I'.n deutschen Reich, ,,Ioddsche Wächter" meldetdaß die Dienstpflicht für die russischen Wurden in England nun folgendermaßen geregelt worden ist: Russische Judendie seit fünf Jahren in England wohnen, müssen im englische!: Heere dienen. Sic werden, nachdem sie drei Monate Dienst getan haben, naturalisiert. Dienstv er weig erung wird mit gewaltsamer Einstellung in die Armee bestraft. Deportationen nach Rußland sollen nicht mehr stattsinden. Der antisemitischen Ansteckung durch Rußland scheint England anhei-nzusallen. Das Haager jüdische Korrespondenzbüro macht merkwürdige Mitteilungen über den zunehmenden Antisemitismus in England, der in jüdischen Kreisen wachsende Beunruhigung beroorruse. Der Ausschuß der größten jüdischen Organ:» fattou Englands habe sich bereits mit der Frage von Abwehrmaßregels: beschäftigt. Der Antisemitis mus zeigt sich darin, daß die neue:: Natu rali sat i onsg esetze zahlreiche:: in England geborenen Juden das Bürgerrecht nehnren, und daß sich in der englischen Presse der Wunsch äußere, das Erscheinen der „jidstchen" Blätter zu verbieten, ferner daß eine Schulbehörde in England jüdische Kinder, die den Sabbat nicht entweihen wollten, vom Schulbesuch ausgeschlossen habe, u'sw. ❖ Bücherschcm. ..Rarsc-rrvorLeP so nennt sich eine mit klugem Sinn zusammengestellte und nach klare:: Gesichtspunkten geordnete Sammlung von Aussprüchen des Kaisers, ausgewählt von Dr. Friedrich Everlina (Verlag von Dro Witz sch und Sohn, Berlin). An Sammlungen der Kaiser-Reden ist an sich kein Mangel. Hier aber haben wir es mit einer Auswahl einzelnes schlagender Aeuszerungen zu tun eine Wahl, mit besonderem Bedacht auf die Stimmung der Kniegg-eie getroffen. Natürlich umfaßt sie auch die zum Volksbesitz gen mdenen und bereits .geflügelten Worte aus der Kriegszeit, wie: Wir stehen auf feindlichem Boden, den: Feinde die Spitze unseres Schwertes, das Herz unserem Gotte Angewandt'', oder „ein Main-: mit Sott ist immer die Majorität", „Sie trage!: den schweren Tornister des bösen Gewissens, ein friedliebendes Volk überfallen zu haben . . . inih so weiter. Das hübsche und gebal-ooste Buch wird denen im Schützengraben eine aufrichtende, stärkenöe Gemütswahrung und uns daheim ein wertvoller Besitz werde!:. ,,Die Bcmfc, volkswirtschaftliche und sozialpolitische Stimmen der Gegenwart" so nennt sich eine junge Halbmonatsschrift, die von Moritz Müller m Hambnro Mausaegeben, (Deutscher Vereinsverlag) mit aller Frische für dm rmlnng unserer wirtschaftlichen Kräfte eintritt, für ihre u er »m sizste Verwendung beim Wiederaufbau und bei der Beug at'un. .seres wirtschaftliche!: Lebens, unserer soziale:: Organisation. Die gebotene/ Sparsamkeit in: Gebrauch von Mcnfchenkräften wird den Einfluß überlebter Vorurteile verbieten, wird alle Ausnahmebestimmungen beseitigen müssen wenn jede verwendbare Fähigkeit den volle:: Ertrag ihres Könnens zum Heile des Staatsganzen erzielen soll. Das Programm, das die junge Zeitschrift mit aller Lebendigkeit in mannigfachen, anregenden fozialpolitischen und wirtschaftlichen Erörterung^!: so nachdrücklich vertrittschlichst natürlich auch die lähmenden, vergiftenden Einwirkungen des Antisemitismus» aus. Darum heißen Wir die junge Zeitschrift gern willkommen, der wir auf unseren: Wege gewiß oft begegnen werden.