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Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 280

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Eine herzhafte Antwort aus dem Schützengraben
Date
1917-06-01
Page
280 (sequence 2)
Language
German
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2S0 Fm DZutfchM AeiG unserer Nasse bitgeprer&en* KurtzLM (Siehe unser letztes MarH- Heft.). In einem erfrischenden Feldpostbrief sagte ein AnteroffizierZ M. dem Herrn Schulleiter derb aber sachlich und vernünftig seine Meinung. Er lud den Herrn nach dem. Schützengraben einwo die Kugeln nicht nach „unserer 9iaf]eci oder „euerer Russe" fragen. 'Wir sind dem Zufall dankbar, 'der uns von dem Feldpostbrief eine Abschrift auf den Lisch, flattern ließ. Beim Toöe des Fliegerleutnants Frankl wurde an jenen! Zwischenruf eines antisemitischen Abgeordneten im deutschen Reichstage erinnert, der provozierend meinte: „Zeigen Sie mir doch einmal einen jüdischen Flieger!" Frankl war freilich getauft. Aber neuerdings ist der Leutnant Rosin aus Freiburg i. V., der Sohn des dortigen Geheimen Rats Prof. Dr. Rosin, ein Iudch bei einer Fliegertruppe wegen hervorragender Leistungen im Luftkampfe mit dem Eise r neu Kreuz er st e r 'K lasse ausgezeichnet worden. Aeöer „jüdische Baöftuöen" schreibt Herbert Eulen-- bürg in der --Dass. Ztg." u. et.: „Das ist auch, ein altes Borurteil, daß» die Juden ein unreines Volk seien. Die Römer häben es aufgebracht.. Von den R e i n l i H k e i L s v o r s ch r ij f- L e n der jüdi s H e n R e l i g i o n halten die Römer natürlich^ kaum eine Ahnung. Ihnen war dasstgauze alte Testament, mit dem heute unsere Jugend aufwächst, nicht im mindesten vertraut.- Sie vermißten in dem vom Krieg verwüsteten Fudä-a ihre vornehmen, reich ausgestaLLeten Bäder, aus die man wie auf die Rennbahnen in der KaiserzeiL besonders stolz war, und nannten darum die durch beständige Kämpfe verarmten Einwohner von Palästina schmutzig. And diese Bezeichnung klebte den über die Welt vertriebenen Juden seit Liesen Lagen des Titus bei allen unwissenden Völkern an. Daß ihnen durch xhr Gesetz, das sie in jedes Eril nahmen, wie später den Mohammedanern tägliche Waschlaugen vorgeschrieben sind, war höchstens den Gelehrten der Rationen bekannt. Ratürlich gibt es, den Vorschriften des Gesetzes zum -Trotz, auch unter den Juden, wie unter allen Massen, manche Schmutzfinke. Aber im allgemeinen ist dem Juden die Sauberkeit nicht weniger vertraut, als den andern Völkern, rrr deren Mitte er sein Leben führt. Das beweisen, von der stellenweise geradezu übertriebenes Reinlichkeitsli ehe des assimiliertem westlichen Juden ganz abgesehen, nicht zuletzt die Badestuben, die sich die Juden, sobald^ sie dichter zusammengedrängt wohnen, ein» zurich-ten pflegen. Wlr finden in jeder größeren Ansiedelung der Juden im einstigen polnischen Rußland stets mindestens eine solche Vadstube, deren sich jeder wenigstens einmal in der Woche regelmäßig bedient. Daß die jüdischen Frauen, sich" so und so vft mal im Jahr, und zwar in fließendem Wasser, nach dem Gebot baden müssen, das wissen wir aus den genauen Vorschriften der letzten Bücher Mose sh Doch auch den Männern sind ganz bestimmte Bäder vorgeschrieben. Die Frauenbäder der östlichen Juden sind wie die Lei uns als einfache große Bassins zum AnLertauchen eingerichtet. An ihnen ist nicht viel zu sehen. Merkwürdiger sind ihre -MLnnerbäder, die meist als Schwitzbäder benutzt werden. And zwar geschieht dies folgendermaßen: Auf Backstein oder Eisenstücke, die über einem mächtig brennenden Holzklobenfeuer erhitzt worden sind, wird Wasser gegossen, in dessen heißen Schwaden dann das Schwitzbad genommen wird. Also feuchte, nicht trockene heiße Luft wie bei den römisch-irischen Bädern wird hier angewendet. Ein solcher Baderaum enthält meist mehrere hölzerne Etagen. Auf die höchste, die durch den aussteigenden

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