Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Wenn "ein Kapitalist (Christ)"
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 279 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 279 schrieben: „Da Mr mit einer anderen Seite, die jüdischer' Natur ist, vor dem Abschluß stehen, diesen aber gern aus bekannten und begreiflichen Gründen vermeiden möchten, weil unser Anternehmen ein rein deutsches istz wären wir.Ihnen verbunden^ wenn Sie sofort telegraphisch . . . usw. Hier wird also der Jude — der im übrigen sicherlich nicht vorhanden ist, als Mittel zur AnpeiLschung schlau benützt. Der altadelige Bewerber hatte Geschmack und — — Geschäftsklugheit genug, von weiteren Verhandlungen zurückzutreten. Der anderen Seite, die „jüdischer Matur ist/tz steht also nur das eine entgegen, daß sie wahrscheinlich — nicht vorhanden ist. Aeber öre Aussichten der antisemitischen Bewegung stimmt die antisemitische „StaatsLürgerztg." folgendes bewegliche Klagelied an: „Der Karren ist in der antisemitischen Bewegung! verfahren, und es .wird eine Weile dauern, bis er wieder flott wird. Die übertrieben großen Erwartungen auf einen ungewöhnlichen Aufschwung des Antisemitismus nach dem Frieden' sind unseres Erachtens u n b erechLi g t. Zweierlei ist geeignet, dem deutschen Antisemitismus Abbruch zu tun: 1. die russische Revolution und 2. die Anzulänglichkeit in der derzeitigen Führung der d e n L s ch v ö l k i s ch e n Partei. Die russische Revolution befreit Deutschland von dem Schreckgespenst der ostjüdischen Massen einw ander ung, Das macht natürlich was aus. Die russische Revolution wird des weiteren eine große demokratische Welle auch in Deutschland erzeugen. Die Herren Merner, Wiegershausen und HenniZM, die zielbewußt gegen diesen Strom zu schwimmen unternehmen, werden dabei keine Triumphe feiern. Was die Unzulänglichkeit in der derzeitigen Führung der deutschvölkischen Partei betrifft, so;i}t das ein besonderes Kapitel, über das wir uns ein andermal eingehender verbreiten wollen. Wir haben Zeit und man soll nichts überstürzen." Daß einmal die SLaaLsbürgerzeitnng sich still nach der „o st« jüdischen Ma s s e n e i n w a n d e r u n g" sehnen, und Fernbleiben als Schädigung der antisemitischen Partei-AussLMery betrauern würde, das hätte man früher nicht ahnen können.^ Sin Pflaumenmus - Alärchen erzählen die „Zeitzer Neuesten Nachrichten" ihren gläubigen Lesern. In den Dörfern Schelkau, Bonau, Lognitz, seien „zwei Berliner Juden von Haus zu Haus gegangen 'und haben die Besitzer veranlaßt, den Vorrat an Pflaumenmus her auszu geben, indem sie vorspiegelten, daß sie vom Landratsamt beauftragt seien". Erst eine Frau Gutsbesitzer O. habe beim Landratsamt ungefragt und den Bescheid erhalten, daß „man es mit Betrügern lzu tun habe". Diese suchten jbj schnell wie möglich das Weite und ließen das aufgezählte Geld,, 11,60 M., im Stich. Leider ist es nicht gelungen, sie sestzunehmen^ Also: man weiß zwar keinen Namen, hat auch sonst keinerlei/' Anhalt, aber man fabelt frischweg von „Berliner Juden t" And Man bedenkt dabei nicht, daß zwei Juden nichts bümmerej tun könnten, als sich für Abgesandte des Landratsamtes aus-, Zugeben. Was das Zeitzer Blatt seinen Lesern Zutrauen darfdas hätten die Schwindler nicht dem Dümmsten Bauern Zuge» mutet, nämlich zu glauben, daß der Landrat just „zwei Berliner; Inden" zu Vollziehern seiner Anordnung machen würde. Oder! ist die ganze Geschichte von den „Pflaumenmus Schwindlern" — r= Schwindel? Sine herzhafte Antwort ans öem Schützengraben erhielt Herr Schuldirektor Vprwerk in Niedersachsenberg auf seine Auslassung über die Minterknr in Bad' Elster und die „meist nicht