Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Das Jubiläum eines Kunstschatzes
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 278 (sequence 2)
- Language
- German
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21B IM deutschen Sei«f* Mendelssohn-Vartholdh, erzählt Vartholdh die Entstehung diese? Fresken: „Als ich.' hierher kam, fand ich viele deutsche Künstler von entschiedenen Anlagen und Talenten, jedoch ohine Gelegenheit-- sie auszuüben; Leine Arbeit, keine Bestellung. Aus Offiziellem Wege war nichts zu tun. Also mußte ich mich selbst Aufopferungen! unterziehen, und dazu habe ich mich denn mit Freude uud Mut entschlossen. Mein Kontrakt für die auszumalende Wohnung läuft noch vier Jahre. Nachher werden die nicht billigen? Wirtsleute mich namentlich so steigern, daß ich nicht werde bleiben können. Die Kopien im Kleinen schocke ich Sr. Majestät. . So! habe ich den Künstlern und denen, die um Hie Sache Baissen,? gezeigt, daß keine Art Fnteresse mich leitch. Gott weiß esj, daß diese Ausgabe mich drückt, und daß ichf bei so vielen andern^ die meine Lage notwendig macht, und bei meiner Anfähi gleit zur Oekonomia manche Nacht nicht gut schlafe. Aber die wahrhaft reichen Leute tun ja nichts/ Es handelt sich bei diesem Unternehmen um die Maler! Peter Cornelius (1783—1867), Friedrich Overbeck (1789—Ü869),- W. Schadow (1789—1862) und PH, Veit (1793—1877). Während! her Aelteste von ihnen; Cornelius, in gewissem Sinnesoweit es auf den Stoff der Arbeiten ankanch der Berater wurden ward der jüngste, Veit, in technischer Hinsicht zum Führerr In der Wahl des Stoffes hatte Bartholdh den Künstlern völlig freie Hand gelassen; sie entschieden sich für die Darstellung des Geschichte Josephs in Aegypten. Cornelius malte die „Traum-, deutung" und die „Wiedererkennung", Schadow die Szene mit dem „blutigen Nock" und „Joseph im Gefängnis/ Overbeck den „Verkauf Josephs" und die „sieben mageren Jahre/ Ph. Veit „Joseph und Potiphars Weib" und die „sieben fetten Jahre/ Solange er lebte, waren die Fresken der Cafa Bartholdy ohne Gefahr. Ihr Schicksal ward aber ungewiß, als er 1825 starbt Der kunstsinnige Friedrich Wilhelm IV. faßte den Ankauf der Merke ins Auge. Aber wie sie nach Deutschlandbringen? Es wurde versucht, das kleinste der Gemälde, das von PH. Veit „Joseph und Pot.iphars Weib", auf Leinwand zu übertragen^ Der Versuch mißlang- und die Angelegenheit ruhte Iahr-- zehnte, worüber Friedrich Wilmelm IV. dahinstarb. Da erklärte rm Fahre 1885 die im» Besitz der Villa 'befindliche FamMd Zuccari, daß sie die Villa niederreißen lassen wolle,, um dort) ein anderes Gebäude herzustellen. Die preußische Negierung kaufte nunmehr die Gemälde am 10* April 1886 für 48 500 Lire cm, und der Kunsthändler Stefano Bardini aus Florenz machte sich anheischig, nach einem von ihm erfundenen Verfahren t die Gemälde von der Wand abzulösen, wofür er 13 000 Lire verlangte. Diesen Betrag gewährte man, imb die Ausführung gelang vollkommen. Wenn „ein Kapitalist (Christ)" in Zeitungs-Anzeigen gesucht wird, ist dies fast immer ein stark übertriebenes Kompliment für die .jüdischen Kapitalisten. Dem Suchenden kommt es nicht auf die Neligion, sondern auf das Geld seines Opfers an. Wenn? der Kapitalist nur feinen lockenden Angaben Glauben schenkt, ist der sonstige Glaube dem Geldsucher gleichgültig. Aber vor dem' jüdischen Scharfblick, vor der jüdischen Geschästsklugheit hegt er eine gewisse Scheu, — eine übertriebene, wie gesagt, — denn wir können versichern, daß es auch genug jüdische Gimpel gibt, die in derlei Fallen gehen. Neu ist indes ein besonders schlauer Kniff» der jüngst versucht wurde. Sucht da in der „Deutschen Tageszeitung" eine Gewerkschaft einen Kapitalisten für eine Geschaftsbeteiligung. Einem Bewerber von altadligem Namen werden'nun allerlei Anerbietungen gemacht, zum Schluß aber 'wird ihm ge-