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Im deutschen Reich · 1917-06-01 · Heft 6 (Juni 1917) · p. 277

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 6 (Juni 1917)
Article
Wir Juden tun mehr als unsere Pflicht
Date
1917-06-01
Page
277 (sequence 2)
Language
German
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DermrsHLLZ« rn 7?önrgZberger bei Wörth, so gut wie kampsnnckähiz geworöen, an der Spitze weniger Mannschaften vorwärts ha sämtliche Offiziere feiner Kompagnie gefallen waren, Am om Zuruf eines in der Rahe befindlichen Hauptmanns: „Könchsberger, treten Sie zurück, Sie haben ihre Pflicht vollkommen getan!", antwortete er: „Herr Hauptmann, wir Jude u tun mehr als unsere Pflicht/' — Eine feindliche Kugel streckte den jungen Helden bald nieder. Mach kurzem Krankenlager den Folgen der schweren Verwundung erlegen, wurde Er auf dem rpriebhofe an der Schönhauser 'Allee zu Berlin mit militärischen "Ehren bestattet. Den Krieg 1866 hatte er beim zweiten Garderegiment zu Fuß mitgemacht und damals war er wegen außerordentlicher Tapferkeit vor dem Feinde zum Unteroffizier befördert worden. A. Mahler, Hamburgs „Jüdische Regimenter" in Amerika. Wie der „Rew Por? Herold" meldet, besteht angeblich bei gewissen amerikanischen Regierungsstellen „die Absichteigene jüdische Formationen unter dem Kommando ausschließlich jüdischer Offiziere aufzustellen". Das ist natürlich nicht wahr, sondern im Gegenteil — „Wahrheit", Der Ministerialrat im bulgarischen Ministerium des Auswärtigen, Josef Herbst, ein Jude, entstammt einer österreichbscheu Familie, doch erwarb sein Vater bereits die bulgarische Staatsangehörigkeit. Er selbst, in Bulgarien geboren und erzogen, fühlt sich vollkommen als Bulgare. Er war früher aktiver Offizier, nah-m jedoch als Oberleutnant seinen Abschied und wurde Korrespondent der „Reuen Freien Presse" für Bulgarien. Als 1912 der Balkankrieg ausbrach, eilte er zu den Fahnen seines Regiments, machte den Feldzug in den vordersten Reihen mit, wurde verwundet, zum Hauptmann befördert und mit dem Tapferkeitsorden ausgezeichnet. Die Verleumdungen, denen Bulgarien wahrend des zweiten Balkankrieges ausgesetzt war, ließen es wünschenswert erscheinen, in. engere Fühlung mit der europäischen OeffentlichkeiL zu treten. Zu diesem Zwecke wurde im Ministerium des Aus«? wärtigen eine neue Abteilung, die „Direktion der Presse" begründet und an deren Spitze Josef Herbst berufen. In dieser Stellung hat er Hervorragendes geleistet und vielfache Anerkennung erfahren. ' Vom Deutschen Kaiser erhielt er den Kronenorden zweiter Klasse mit Sternvon Oesterreich-Angarn den Franz Josefs-Orden. Das Jubiläum eines Aunstfchatzss. In diesem Jahre ist ein! Fahrhundert verflossen, seitdem in Rom die berühmten Wandgemälde Easä Varth.oldh entstanden sind, die später vom preußischen Staate angekauft und der Nationalgalerie in Berlin cingereiht wurden. Im Jahre 1815 war Jakob Salomo Bar- Lholdy als preußischer Generalkonsul nach Rom gekommen. Ejk war 1779 in Berlin als Sohn wohlhabender jüdischer Eltern geboren, hatte sich, aber später taufen lassen und in der TaufH den Flamen BarLholdh angenommen. Er war ein guter deutscher Patriot, der als Oberleutnant in der Wiener Landwehr .1809 gegen Napoleon gekämpft hatte und 1813 in den preußisches diplomatischen Dienst eintrat, Dann kam er nach Rom, tm er den zweiten Stock der palastähnlichen Casa Zuccari am Aus-? gange der Via Sistina bezog. Er war ein kunstsinniger Mann, der viel mit Künstlern verkehrte. Bartholdy war nicht reich lebte aber in guten Verhältnissen, und hegte den Wunsch den jungen deutschen Malern Beschäftigung zu geben. Fn einem Brief an den Gatten seiner Schwester Abraham Mendels-? fs> &tt, den Sohn Moses Mendelssohns und Vater pm Felix

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