Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Article
- Herrn Kz. L. Kr.
- Date
- 1917-05-01
- Page
- 230 (sequence 2)
- Language
- German
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230 Im deutschen Reich, die aber manche Enttäuschung erleben, wenn sie aus' dem Rarnens» klang auf das Bekenntnis schließen. Ernst L—z, H a n nove r. Sie können sich „nicht denken"",, daß von antisemitischer Seite wirklich eine so „wahnwitzige Forderung" gestellt worden sei wie die, daß. den Juden das Recht ■ 31t nt Landerwerb beschränkt werde, und Sie wünschen den Rachweis oder die Quelle unserer Behauptung? Run wohl. In den „Alldeutschen Blättern" Rümmer 12 vom '17. März d. I. war zu lesen: „^er Grund und Boden ist bevorrechtigtes Siedelüugsgebiet des deutschen Volkes, der Besitz der fremden darf in deinem Gebietsteile des Reichs einen bestimmten Teilbetrag, z. B. 10 vc'jm Hundert der Gesamtfläche, ebenso wer Kopfzahl übersteigenj (Polen, Franzosen, Dänen, Juden)/' Da haben 'Sie die Forderung, die Sie wahnwitzig nennen, obwohl sie mehr Mahn als Mitz verrät. M a £ P—n, Dre 2 de n. vr. Z a m e n H o f, per Schöpfer der „Esperanto" (WelLsPrache), dem u. a. auch der Papst eine Auszeichnung verlieh, war ein treuer und überzeugter Jude. Er war in Bialystok geboren und die Vielsprachigkeit dieses seines Heimatsortes — es wurde und wird dort polnisch, russisch, lettisch, deutsch und jiddisch gesprochen — weckte in ihm die Sehnsucht nach einer Weltsprache. Ob und wie die Weltumgestaltnng durch den Krieg auch auf (die vordem sehr große Verbreitung der „Esperanto" einwirken wird, das bleibt abzuwarten. F. r l. vr. Anna B.g, Berli n. Sie machen uns freundlichst darauf aufmerksam, daß wieder einmal eine An Wahrheit im sogenannten „Semi-Gotha" eine Zurückweisung erfuhr.: Herr Anton Kaiser v. Szertmiklos, -k. k. Oberst d. R. in Prag weint, die unwahre Behauptung er sei „getaufter Jude"' lasse ihn kalt, und könne ihn zu^einer Abwehr nicht bestimmen, aber der „fleckenlosen Ehre seines Lohnes schulde er die Feststellung^ daß dieser nicht bis 1909 Oberleutnant des 5. Dragoner-Regiments war", sondern daß er noch! als Oberleutnant dieses Regiments am 8. Oktober 1911 in Togo gestorben ist, wohin ihn Forschnngs« trieb und Jagd gelockt hatten, dazu besaß er einen Arlaub des Kriegsministerinms." Airs eine Anwahrheit mehr oder weniger im sog. „Semi-Gotha" kömmt es nun wirklich '-nicht an. Auch unser sieggekrönter Mackensen hatte sich einer Semi-Gotha--An- Wahrheit zu erwehren. Aber vielleicht finden Sie da gelegentlich -etwas irgendwie Wissenswertes, das zufällig wahr ist? P. B g., H a m b u r g. Dank für den Hinweis, aber Sie muten uns doch wohl nicht ernstlich zu, daß wir uns eingehend mit Herrn Or. Dinter auseinandersetzen und mit dem wissenschaftlichen Fastnachtsscherz, den er in „Bühne und Welt" aufführtl Den Gegensatz zwischen dem schlimmen „Judentum" und dem edlen „Israeliten- Lum" — das „nicht semitisch, sondern -wahrscheinlich kaffi'sch" ist, mag sich der Herr patentieren lassen. And wenn er unter den Zeugen gegen die Juden neben dem schweigsamen Moltke, neben Bismarck, der nur in den jugendlichen Heißsporn-Tagen das Wort sprach: er gönne den Juden, die er „nicht haßt, sondern sogar lieb L", nur das eine nicht, daß sie ein RichLeramt führen, der später den AnLisemitismus eine Weile gewähren ließ und dann abgeschüttelL hat, wenn er zu diesen Zeugen gegen das Judentum auch Mommsen zählt, der sich mit aller Schärfe gegen den AnLisemitismus aussprach, so dürste sich eine Antwort oder Such nur eine Zurückweisung doch Wohl erübrigen. *