Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1917)
- Article
- Holzbock und Bruhn
- Date
- 1917-05-01
- Page
- 227 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Vermischtes. 227 Holzbock und Bruhn. Fm Reichstage verwies vor einiger Zeit der antisemitische Abgeordnete Bruhn in einer Rede über „konfessionelle Statistik" auf Träger jüdisch klinge u der Namen, die angeblich beim'1. Garde-FeldartiLlerieregimenL als Inhaber sogenannter Druckposten tätig Wären, Da wird von solchen in seiner Zeitschrift stDie Wahrheit" in Sperrschrist unter anderen aufgeführt: „Zahnstation;: Holz bockst Zahnarzt". „Diesen Mann kennen wir," schreibt dazu „Die große Glocke", »er ist Besitzer eines österreichischen Ordens und des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse. Holzbock' kehrte nach schwerer Erkrankung aus dem Felde in die Heimat zurück und wurde als Rekonvaleszent von der Militärbehörde in seinem Berufe beschäftigt. Ein Inhaber des Eisernen Kreuzes sollte grundsätzlich vor antisemitischen Anrempelungen geschützt sein, allein ' Herr Bruhn mutz ja wissen, wie hoch er diesen Orden zn bewerten hat, denn seine edle Brust schmückt die gleiche hohe Auszeichnung. In dieser Beziehung besteht nur ein Ant er schied zwischen dem Juden Holzbock und dem Christen Bruhn. Holzbock hat d e n O r d e n v o r d e m Feinde, Herr Bruhn hat ihn bei dem Proviantamt erhalten;' erkämpft hat ihn also nur einer von den beiden Herren. And weiter! Herr Bruhn besitzt einen Sohn, der schwer verwundet aus dem Felde zurückgebracht wurde und jetzt, weit hinter der Front, „militärisch" tätig ist. Das finden wir durchaus in der Ordnung, denn Bruhn junior hat zweifellos feine Schuldigkeit für das Vaterland getan; aber warum rügt Herr Bruhn senior den völlig gleich gearteten Fall Holzbock? — Antwort: „Weil er ein Mann der „Wahrheit" ist," Senator Stone — ein russischer Jude. Wie das Lodzev „Volksblatt" meldet, ist Senator Stone, der Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten im amerikanischen Senat, ein aus Odessa gebürtiger Jude. Sein Vater Iizchok Steinreich ist vor wenigen Jahren in Odessa gestorben, während seine Mutter noch jetzt sin Nordrußland lebt. Rach Absolvierungeines Odessaer Gymnasiums hat vor etwa 30 Jahren der 18jährige S t e i n r e i ch - S t o n e Rußland verlassen müssen, um seine Autversitätsstudien fortzusetzen. Rach Absolvierung einer Hochschule für Bodenkultur ließ er sich in Amerika naturalisieren und änderte feinen Namen in Stone um. Zehn Jahre später nahm er an den Verhandlungen zum Abschluß eines amerikanisch-deutschen Handelsvertrages in "Berlin teil. Dorthin hatte er auch damals seine Eltern berufen, die er reichlich unterstützte. In der Zwischenzeit hatte er durch Hausieren, Anterricht u. vgl. sich fortgebracht, bis' er ^ach Beendigung seiner Studien als Tarifinspektor im Handelsministerium ankam. Roosevelt berief ihn 1907 in die Kommission zum Abschluß von Handelsverträgen, mit der er auch nach Berlin kam. Stone ist im Senat der Kriegshetze schärf.--, stens entgegengetreten. w Eroberungen am Himmelszelt will ein urtentscher Kämpfer für das Germanentum machen, und das Ist jedenfalls bequemer, als Eroberungen auf -unserer oielumstrittenen Erde. In der Monatsschrift die unter dem Titel „Neues Leben" den Kultus der alten Germaneugötter pflogt und oen „deutschen Glailben" predigt» tritt im „Lenzmonds"-Hcst ein Parteigenosse dafür ein, datz den Sterncnbildern neue, „unserer Helden- und Göttersage entnommene Namen" gegeben werden. Für den „Gürtel des Orion" schlägt er den Namen' „Frika's Nocken", für die -Milchstraße „Holweg" vor,- sogar der tzName „Großer Bär" ist-ihm nicht deutsch genüg, das Sternbild soll künftig „Helweg" heißen. (D'-icsl Letzte ist sogar dem