Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 4 (April 1917)
- Article
- Gedichte [Rezension]
- Date
- 1917-04-01
- Page
- 188 (sequence 2)
- Language
- German
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ISS Im Deutschen, Reich. wird schnell AnLeroffizier, wird als „der Veste der Batterie^ VÄW Hauptmann gepriesen und als die feindliche Kugel ihn ereilt, ba legt der Hauptmann ihm sein eigenes Portepee, um einen Blumenstrauß geschlungen, mit der Ernennung zum Vizewachtmeister aufs Bett, Buss Lazarett-Bett, von dem er nicht mehr aufstehen sollte.^ So bricht aus dem vermeintlichen „Zionismus'' die tiefeingewurzelte Liebe zum deutschen Vaterlands hervor. And alles, was in den jugendlichen Zion ist ensHaaren an edlem Schwung, cm hochzielendem Streben steckt, um aus jüdisch-nationalistischem Most — auch wenn er sich „absurd gebärdet" — zu edlem deutsch e n Wein zu reifen, das wogt und perlt und gärt in diesen Liedern. Den Herausgeber Emil Lohn -Bonn hat gewinnende, rührende Liebe zu seinem Gegenstände dazu verführt, auch minder reife Erzeugnisse in die Sammlung aufzunehmen. Aber selbst die -nuten als erste Gehversuche der Persfüße, als erste Aleußerungen eines schönen, noch nach Ausbruch ringenden Empfindens freundlich an, und erhöhen die Freude an der rasch erstarkenden Sicherheit, an dem mannigfachen, frei hinausklin^enden, kraftvoll emporranschenden Liedern wie in den schlichtnatürlichen, fast wie Volkslieder anmutenden Versen. Der „Jüdische Verlag" Berlin hat den „Gedichten" ein geschmackvolles Gewand gegeben. Lp Dorgeschichte öer Juöenemanzipatisir 4n Rassan", eine kleine Schrift von Br. Adolf Kober, Rabbiner in Wiesbaden, ein Sonderabdruck aus der sehr gehaltreichen Festschrift zum 70c Geburtstage Martin P h r l i p p s o n s, (Breslau, Buchdruckerei R.^ Favorke) ist für die Entwicklung der Gleichberechtigung der Juden in ganz Deutschland bezeichnend. Es war zum weitaus größten Teile niedriger Eigennutz., gemeine Gewinnsucht und Mißgunst, feige Angst vor dem Wettbewerb was unter der Maske religiöser oder Nationaler, ethischer Bedenken der Gerechtigkeit den Juden gegenüber sich entgegenstemmte. Die Juden im Kurfürstentum Mainz hatten sich bereits 1783 einer nahezu völligen Gleichberechtigung zu erfreuen. In Gerichtspflege und Gewerbe waren sie den Christen gleichgestellt, ihre Kinder durften die öffentlichen Schulen besuchen, die Juden durften Häuser, Güter kaufen, Fabriken errichten, Künste fand Handwerk treiben. Wilhslm V., der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als ErbGatLhalter von Holland im Haäg residierte, war hier gegen die Juden von ganz besonderer, einsichtsvoller Freundlichkeit. Die gleiche Gerechtigkeit wollte er in seinen n a s s a u i s ch e n Landen üben, hier aber Widersemen sich Innungen, Zünfte, Kaufmannschaft den Bestrebungen. Auf eine von Gehässigkeiten strotzende, gegen die Juden gerichtete Eingecke der Kaufmannschaft in Diez erwiderte der ^'ürst, er erwarte künftig, daß sie „als .redliche, von keinen verjährten gehässigen? -Vorurteilen geblendete Rkänner" ihn ,,nicht mehr mit unbegründeter und unerweislicher Beschwerde gegen Ihre jüdischen Mitbürger behelligen werden". In manchen hessischen Gebieten durften die Juden noch um die Wende des 18. Jahrhunderts nicht ohne Regierungs-Erlaubnis heiraten, sie durften da nur Vieh- Handel oder einen bestimmten Krämerhandel treiben, hatten beim Betreten der Zollstädte einen Leib.zock zu entrichten. Es ist beschämend, daß erst der Einfall der Franzosen ihnen Befreiung von diesen erniedrigenden Verordnungen brachte, die, wie es im Befehl des französischen Divisionsgenerals Haquin im Juli 1789 hieß: j,si contraire aux pricipes de justice et d’humanite“ sind. u. iVLti bcm letzten (12. Heft) 6er „Aeuen Jüdischen Monatshefte" schließt das erste Halbjahr der neuen Zeitschrift, der es gelungert ist, eine Reihe von wertvollen Beiträgen über alle jüdischen Probleme zu bringen. Die erste jüdisch-politische Halbmonatsschrift, in