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Im deutschen Reich · 1917-04-01 · Heft 4 (April 1917) · p. 187

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 4 (April 1917)
Article
Frdr. L. S...nn, Hamburg
Date
1917-04-01
Page
187 (sequence 2)
Language
German
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Bücher schau. 187 in Cassel, der Vater- Ludwig Mondein Gelehrter von Ruf un8 hervorragender Chemiker, erwarb in England durch Erfindungen u. Azur Verwendung sonst wertloser Abfälle — ein großes Vermögen. Er hinterließ der Stadt Cassel und der Universität Heidelberg sehr ansehnliche Stiftungen. Sein Sohn, der jetzige M i w i st e r, scheint allerdings für die großväterliche Heimat keine Anhänglichkeit Mehr zu besitzen, ganz so wie der K.önstg von England, dessen Großvater ebenfalls ein Deutscher war. Herrn §. Tauöeröischofshernr. Man konnte und wützte eigentlich die Mitteilung, daß, das Bankhaus Kuhn, Lob u. Co. in New- Hork nunmehr, nachdem die russische Despotie gefallen ist, der Entente Gelder zur Verfügung stellt, stark anzweifeln, da sie aus antisemitischeralso bedenklicher Quelle, stammt. Ileberdies entzieht sich das geschäftliche Verhalten eines einzelnem Privatbankhauses der öffentlichen Kritik. Wer! wir wollen doch hervorheben, ktfj der Hauptinhaber der Firma, I. Schiff, ein Amerikaner von deutscher Abkunft, solange es irgend möglich war, mit aller Wärme, aller Zähigkeit, mit all seinem Ansehen für die deutsche Sache in den amerikanischen Blättern kämpfend eintrat. Wir haben seine tapferen Veröffentlichungen in dieser Zeitschrift erwähnt. Wenn jetzt Amerika selbst in den Streit eingreift, die Vereinigten Staaten, deren Bürger die Vankinhaber sind, dann ist die Anhänglichkeit an das Ursprungsland, die Heimat der Väter, zum Schweigen verurteilt. Oder wie halten es die christlichen Ataatsangehörigeu deutscher Abkunft M England? Herr Dr. §>. V .:: r, Hannover. Die Behauptung, der Name ^Antisemiten" und Antisemitismus sei von Juden eingeführt worden, ist natürlich eine echt antisemitische „Wahrheit". Bald nachdem die - Hetztätigkeit von Marr und Stöcker die Bewegung a ufgerührt hatte, bildete sich der Verein, der seinem schönen Zweck den ebenso schönen Namen „Antisemiten-Liga" gab. Die Fenster des Vereinsbüros — in der Berliner Prinzenstraß^ unseres Erinnerns — schmückten grüne Drahtnetz-Schilder im Stile der VorstadL-Kneipen-Vorsetzer mit der weißen Aufschrift: „Antfsemiten-Liga". Vr. (S;;; n, Münchens Es i)t wahr, diesen einen Sieg hat England zu verzeichnen und seinen Ruhmestaten anzureihen. Die Heinrich- Heine -Gedenktafel in der Crawenstreet zu London wurde in einem glänzenden Sturmangriff heruntergeholt und vernichtet. England hat da einen alten Feind besiegt. Heine hat die Engländer früh in all den Eigenschaften erkannt und gezeigt die wir in diesem Krieg an ihnen wahrnehmen können, Bücherschau. ^Gedichte", schlicht und ungeziert ,,Gedichte" nennt sich ein Band bald lieb einschmeichelnder, bald kraftvoll dahinbrausender Verse von Ludwig Franz Meyer — das poetische Testament eines hochstrebenden, idealistisch veranlagten Jünglings, der auf dem Schlachtfelds den Opfertod, den freudig erstrittenen Öpfertod fürs Vaterland in Schönheit starb. Zionistische Iugendträume spinnen wie umherschweifende Sehnsucht durch diese Lieder, jüdisch-nationälistilsche Phantasien weben an diesen Klängen, als aber ein Rudel Feinde Deutschland ansällt, da übermannt das deutsche Vaterlastdsgefühl den jugendlichen Studenten. (..Der Zwanzigjährige eilt unverwetlt zu den Fahnen, Wrmt im hingebungsfreudigen Eifer wider den Feind!,

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