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Im deutschen Reich · 1917-04-01 · Heft 4 (April 1917) · p. 184

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 4 (April 1917)
Article
Eine jüdische Renaissance in Madrid
Date
1917-04-01
Page
184 (sequence 2)
Language
German
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184 Jur Deutschen Reich, lings der im Jahre 1492 Exilierten kamen, verursachten tiefsten Eindruck und Rührung bei der Gemeinde. Herr Melamed las die Thora, Herr Farache sang Lieder nach alten Melodien aus der Zeit des Iehuda Halevi und Herr Alcheli sprach die Gebete. Ein Chor sang einige Gesänge meisterhaft. Zur Chanuka-Feier hielt der aus Paris unter ungeheuren Schwierigkeiten nach Madrid geflüchtete Dr. M A o xd an einen Vortrag. Listen der jüdischen Einwohner. Im preußischen Abgeordnetenhause brachte es der Abg. Li pp mann am 16. Februar, in der Berliner Stadtverordneten-Versammlung, Herr Stadtverordneter! Ma nasse am 9. März in dankenswerter Absicht zur Sprache, daß im Berliner König!. Polizeipräsidium besondere Listen der jüdischen Einwohner geführt würden. Wir können auf Grund unserer Erkundigung an zuständiger Stelle mitteilen, daß diese Listen im Interesse der jüdischen Gemeinde und zu Steuerzwecken angelegt sind-, Neuzuziehende jüdische Einwohner werden der jüdischen Gemeinde zum Zwecke der Besteuerung gemeldet. „Die heranuaben-e Flut des Antisemitismus" hat in Magdeburg die letzte Versammlung des nationalliberalen Vereins beschäftigt, in denen Generalsekretär Calebow betonte, daß besonders bom Lande aus der Antisemitismus schon jetzt kräftig geschürt werde, weil man so die Sünden, die man jetzt während des Krieges selbst begangen habe, von sich abwälzen und den Juden als Sündenbock gebrauchen wolle. Auch die neu gegründeten MiLtelstandsvereinigungen würden in diesem Fahrwasser segeln. Herr Calebow gab die Erklärung ab, daß er schon in politischen Kreisen solchen Bestrebungen entgegenge- IreLen sei und es auch nicht dulden werde, daß sich in seiner (national-! Liberalen) Partei der Antisemitismus breit wache. „Airche" und Hilfsdienst. Der Verband der Deutschen Juden hat aus eine Eingabe, betreffend die Auslegung des ^6 Ar. 1 der Bundesratsverordnnng vom 1. März 1917 zum Hilfsdienstgesetz den folgenden Bescheid erhalten: j,Kriegsministeriurm Berlin NW, 7, den 22. März! 1917. Kriegsamt Ar. 230/3. 17 AZS 4. Das Kriegsamt steht im Einvernehmen mit dem Reichsamt des Innern auf dem Standpunkt, daß unter „Kirche" im Sinne des £5 Ar. 1 der Bundesratsverordnung vom 1. AUirz 1917 alle inländischen, öffentlich zugelassenen Aeligionsgeseltzschaften, also auch die als öffentliche Körperschaften anerkannten jüdischen Gemeinden, zu verstehen sind. Ein entsprechender Hinweis in den Amtlichen Mitteilungen und' -Aacknichten des „KriegsamLs" wird erfolgen. i A. Marquard." Prof. Förster zur „Juöenfrage". Prof. Dr. Förster, ein Sohn des freimütigen, für jede große Idee jugendlich entflammten Geheimrat Pros. Dr. Wilhelm Förster, besaßt sich in aller ererbten und frei ernporentwickelten Gerechtigreitsliebe mit der Fudenfrage^ Dabei widerfährt ihm nur das Mißgeschick, daß er zufällige persönliche Wahrnehmungen verallgemeinert und den Umfana des . entwurzelten Judentums" stark überschätzt. Förster zählt aus, was er als abstoßend an so manchen Vertretern des modernen Judentums empfindet und wenigstens als Mitursache der antisemitischen Bewegung bezeichnen möchte. Er schreibt: „Der hervorragendste von diesen Fehlern ist der oft ganz maßlose und das ganze Innenleben in Anspruch nehmende Selbstkultus des Entwurzelten Juden, eine besondere Intensität und /Umsicht der,

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