Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 4 (April 1917)
- Article
- Mitteilungen der Hauptstelle für Berufsberatung der Juden
- Date
- 1917-04-01
- Page
- 174 (sequence 4)
- Language
- German
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Im Deutschen Ne ich. 174 Linie die Stelle sein, von der aus jüdischer: Frauen und Mädchen die Berufsberatung zugänglich gemacht wird. Die Wege zur Ausführung dieser Aufgabe des jüdischen Frauenbundes bleiben der Verantwortung des Bundes überlassen. Auch in den örtlichen Beratungsstellen soll die Beratung weiblicher Personen den Vertreterinnen des Frauenbundes überlassen bleiben. erst, wenn diese weiteres für erforderlich halten, ist die Beratungsstelle selbst in Anspruch zu nehmen. In den Ausschuß der örtlichen Beratungsstellen werden zu diesem Zwecke überall Mitglieder des Frauenbundes ausgenommen, die von diesem vorgeschlager: werden. £ Vereinsnachrichten. Ganz unbegreiflichen zionistischen Mißverständnissen, denen seine sicherlich so klare, wie eindrucksvolle Bede in der Hauptversammlung unseres Zentralvereins gehaltenen Nede ausgesetzt war, mußte Herr Geh. Iustizrat vr. Eugen Fuchs in der Breslauer „jüdischerr Volkszeitung" entgegentreten. Das Matt veröffentlicht die folgende Zuschrift des Geh. Iustizrats Dr. Fuchs: „Was Herr Dr. K o l lens ch e r mich in der Hauptversammlung sprechen läßt, weicht von dem, was ich gesagt habe, Jo wesentlich ab, daß eine völlige Entstellung des Sinnes meiner Nede herausgekommen ist. Kein Wort meiner Nede konnte als Zugeständnis aufgefaßt werden, daß der Centralverein am Ende seiner Kraft sei; von der jugendfrischen Kraft des Zionismus und davon, daß seine Methode die Jugend um ihn schare, habe ich nichts gesprochen. Ich habe überhaupt nicht von der Lebenskraft des Zionismus, sondern nur von der Lebeusbetätignug, von seiner Agitation gesprochen, wie seine akademischen Vereine die Abiturienten bearbeiteten. Ich habe wohl davon gesprochen, daß die Zionisten es verständen, außerhalb des Judentums den Glauben zu erwecken, daß es nur Zionisten und Indifferente gäbe. Kein Wort habe ich davon gesagt, daß nur der Zionismus /Errungenschaften anfznweiscn habe als berechtigte jüdische Partei, daß die Zionisten innerlich gefestigt seien durch die Festigkeit ihrer Forderungen, während die anderen nur kleine Forderungen stellten, nicht solche, die sich organisch aus einem System entwickeln, wie bei den Zionisten. Nicht in Resignation, sondern in Hoffnungsfreudigkeit klangen meine Worte aus. Ich habe davon gesprochen, daß wir der Weltauffassung des Zionismus die des Centralvereins gegenüberstellen müßten, weil sie allein zu einer richtigen Bewertung des Judentums führe. In dem religiösen Gehalt des Judentums, in seinem^ Schrifttum, seinen Propheten seien Ewigkeitswerte, nicht in feiner Nationalität; Nationalität sei etwas Zeitliches und Vorübergehendes; Nationen kämen und gingen, und wer im Judentum das Nationale betone, drücke es herab und schwäche es. Der Sittlichkeitsgehalt unserer Lehre und unserer Prophetie? werde die Nationen überdauern. Mir wird gleichzeitig mit ihrem geschätzten Blatt eine Nummer des Israelitischen Gemeindeblatts vom 23. Februar 1917 vorgelegt, in der ganz unbeeinflußt von mir das, was ich auf der Hauptversammlung gesagt habe, im; wesentlichen 5ittrcffcitb zum Ausdruck gekommen ist. Wer diesen Bericht und den Bericht über die angeb-