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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 135

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Verbot des Films "Pogrom"
Date
1917-03-01
Page
135 (sequence 2)
Language
German
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' Vermischtes. 135 In dev Begründung wird hervorgehoben» Laß das Kinostück nur. verrohend wirken könne. „Zur Verantwortung gezogen". Noch immer sind jüdische Kriegsteilnehmer im Felde ebenso krassen wie' ungerechtfertigten^ Feindseligkeiten ausgesetzt. Aber mit Genugtuung dürfen wir feststellen, daß die oberen Kommandostellen dies durchaus Mißbillig'en und, wenn die Einzelfälle zu ihrer Kenntnis gelangen, den Gekrankten ihr Recht verschaffen. Gin jüdischer Student, Jurist im 5. Semester, hatte sich sofort bei Kriegsausbruch als Freiwilliger gemeldet. Draußen im Felde war er vielfach den beschimpfenden Aeußerungen eines Vorgesetzten ausgeseht. Gin Urlaub zur Ablegung der Referendarprüfung wurde ihm verweigert, oder richtiger, das Gesuch ist von dem Vorgesetzten nicht weiter geleitet worden. Man weiß wie mißlich Beschwerden von Soldaten gegen ihre Vorgesetzten sein tonnen — der Gekränkte und Geschädigte hat denn auch eine solche ' Beschwerde nicht versucht. Dagegen hat unser Centralverein, zu dessen Kenntnis der Fall auf Amwegen kam, als berufener Vertreter in ihrem Rechte gekrankter Irrden, den Sachverhalt dem betreffenden Generatkommando unterbreitet. Das Generalkomnrando erwiderte unter dein 2. Februar „auf Grund des Ergebnisses der gepflogenen Erhebungen" sei Leutnant d. L. K. „wegen seines Verhaltens gegenüber dem Anterosfizier R. zur Verantwortung gezogen worden. Zugleich wurde verfügt, daß die Bitte des Antcrossiziers R., falls dieser sie erneuert vorbringe, auf dem Dienstwege der zuständigen Stelle vorzulegen" sei. „Antisemitische Orgien". Bei Beratung des Justiz-Etats tut preußischen Abgeordnetenhause am 20. Februar sprach der fortschrittliche Abg. Eickhoff sein Bedauern darüber aus. daß er sich gegen antisemitische Orgien an einzelnen höheren Lehranstalten wenden müsse. Auch gegen die Behauptungen des Geheimrais v. Schm oll er wandte er sich mit dem Hinweis, daß sie nach den (von uns wiedergegebenerH Feststellungen des Professors Schwalbe nicht einmal den Tatsachen entsprechen. Der Redner forderte zum Schluß eine nach dem Kriege einzuberufende Schülkonserenz zur Erörterung der nötigen Schulreform. N ' Lselöeutoö eines Tdabbiners. Der „Pester Lloyd" meldet, daß der als Feldkurat wirkende Oberrabbiner des Foqaraser Komitats, Dr. Adolf Kelemen, an der Südfront den Heldentod fand. Dr. Kelemen, der im 53. Lebensjahre stand, wirkte seit 25 Fahren als Rabbiner in Fogaras. Bei Kriegsausbruch meldete er sich freiwillig zur Dienstleistung und wirkte an den verschiedenen Fronten als Feldkurat. Er wurde vor einigen Tagen durch Granatsplitter schwer verwundet und in ein Feldlazarett gebracht, wo er an den erlittenen Verletzungen starb. Der Frauen-ANtaröert lyai unser CenLralverein deutscher Staats-« bürger jüdischen Glaubens bereits viel Anregungen, viel mora- Bn Gewinn und materiellen Zuwachs zu danken. Lange vor m Krieg, der die Tatkraft der Fronen so sehr gesteigert, ihr tigungsgeöiet erweitert und ihre Ansprüche auf eine Mitarbeit in Staat und Gemeinde unterstützt hat, konnten wir den .Wert weiblicher Mitwirkung schätzen lernen. Ansere Ortsgruppe Nürnberg hat in der letzten Zeit einen sehr erfreulichen Zuwachs erfahren. Es waren da allein 142 Neuanmel-- düngen und 62 Beitragserhöhungen zu verzeichnen, so daß die OK.'gruppe Nürnberg jetzt über 900 Mitglieder zählt. Diese willkommene Stärkung ist "im wesentl.Hen der so verständnisvollen wie eifrigen, von klarer Einsicht in die Forderungen der Zeit

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