Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 3 (März 1917)
- Article
- Ein Herr Schuldirektor Vorwerk in Untersachsenberg
- Date
- 1917-03-01
- Page
- 134 (sequence 2)
- Language
- German
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134 Im deutschen Reich. Kurgäste kämen, um den armen Einheimischen die Lebensmittel wegzuessen und zu' verLeusrn. Ob nun feie Winterkur und der Zustrom reicher Gäste Kr Bad Elster und bas Vogtland wirtschaftlich ein Butzen oder ein Schaden ist, darüber mag sich Bad Elfter .mit dem Herrn L-HuMrektor aus ernand ersetzen. In seinen breiten und etwas selöstgesälligen Ausführungen aber spricht der Herr Schuldirektor von den „reichen Leuten der großen Städte, die uns vielleicht durch ungeheure Kriegsgewinne ausgewUchert (!) haben" und die „meist nicht unserer Rasse angeboren". Segen diese versteckte Iudenanschwär^ung, gegen diese Wendung, an der das Deutsch fast so fragwürdig ist, wie dia Gesinnung, wandte sich der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in einer Beschwerde an die Vezirksschulinsvedion. Diese antwortete in einem Bescheide vom 31. Januar, dem Herrn Schuldirektor sei in einer Verfügung mitgeteilt worden, daß „Ausführungen, wie sie in dem erwähnten Zeitungsartikel enthalten sind, im. Interesse des Burgfriedens unerwünscht seien rnck> daß ^er in Zükunft von derartigen Mlusführnnge n RLstarnd zu nehmen habe? ' - KonfefffoneHe Hygiene In Prag. Der- Prager Magistrat M die Benutzung der Prager elektrischen Straßenbahn durch die galizischen israelitischen Flüchtlinge verboten. DaS Verbot gründet sich auf ein'Gesetz über bh Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten und weist darauf hin, Laß die Statthalter-i für Böhmen alle gallischen israelitischen' Flüchtlinge als slecktyphusverdächtig erklärt uno angeordnet, hat, daß sie in Quarantäne gebracht werden. Dazu bemerkt die „Verl. Allg. ZLg?: „Danach scheint man in Prag den Flecktyphus für eine israelitische Krankheit zu halten. Sind die galizischen Flüchtlingen seuchenverdachtia, so ist eine Hygiene nicht minder verdächtig, die sich allein auf Ke Israeliten unter den galizischen Flüchtlingen erstreckt? Auch ein fortschrittliches Blatt kann sich zu Zeiten in die Reihen und in die verlognen Methoden der GeschäsLZanLisemiten verirren. „Die Rostocker Ztg?, ein, wie man uns schreibt, „fort sHriLtUHes Platts bringt in. der N.r. 25 vorn 27* Januar folgende Notiz: „Von kerngesunden und dennoch militärfreien jungen Leuten scheint es eine ganze Menge zu geben. Interessante Beweise hierfür enthalten die umfangreichen Spalten mit Heirats-Inseraten gewisser großer Zeitungen, und hier wieder fällt es, besonders IN Berliner und Wiener Zeitungen, auf, Laß die ineisten Heiratslustigen nicht nur ihre Gesundheit, sondern eben auch ihre Milrtärfreiheit aus-- ' Lrücklich hervorheöen, daß -sie ein sehr gutes Einkommen angeben . und — Israeliten sind. Für Rostock müssen wohl besondere Ausgaben der Berliner und Wiener Zeitungen gedruckt werden. Ans sind solche Anzeigen hin vergeblich nach ihnen umgesehen. So müssen wir "denn, nirgends begegnet, wir haben uns auch auf die erwähnte Notiz hi§ uns die „ganze Menge" solcher Anzeigen dorgewwsen wirddie Notiz für eine böswillige .Erfindung halten. Verbot öes Films ,.§ogrom". Jur Budapester KinoLheaLes „Apollo" - wurde einige Tage der Film ^Pogavm" v-orgcfübrt. Dar OLerstadchaupwnann hat rrun die weckme Vorführung des LLnS im aanzen Nayon der Püdapester Skaatsvolizei vervoLem