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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 132

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Dr. Wilhelm Münz
Date
1917-03-01
Page
132 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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5'nt deutschen Reich. 132 Korrespondenzen. Di'. Wilhelm Acünz, der 32 Jahre als Rabbiner in Gleiwitz gewirkt hat, ist am 20. Januar d. I. gestorben. Wilhelm Münz ift— fo schreibt inan uns - auch in weiteren Kreisen als Vorkämpfer für die Ehre des Judentums bekannt. Mit Mannesmut trat er in Wort und Schrift für die Reinheit unseres Glaubens und für die Wahrung unserer staatsbürgerlichen Rechte ein. Sein „offener Brief an den Reichstagsabgeordneten Liebermann von Sonnenberg" fand eine ungewöhnlich grosse Verbreitung (über 20 000 Crempl.). Ans weiten christlichen und jüdischen Preisen gingen dem Verfasser Anerkennungsschreiben zu. Dr. Eoruill, der bekannte Professor der evangelischen Theologie, richtete an vr. Münz folgende Zeilen: „hochwnrdigsier Herr Dr.! Innigsten Dank.^ Das war ein rechtes Wort zur rechten Zeit und die herrlichste Geburtstagsfeier des herrlichen Gotthold Ephraim Lessing". Wie eindrucksvoll war sein Änf an die regierenden Fürsten und Staatsoberhäupter der Kulturwelt) als im Jahre 1906 die Iudeumetzeleien in Rußland wüteten. Fein und geistvoll ist die Schrift: .»Ss werde Licht", die er in der viel erörterten .Bibel- und Vabelfrage veröffentlicht hat. Er wies da unter anderem mit großer Gründlichkeit nach, daß die kritische Metlwde, die Professor Delitzsch in bezug auf das ehrwürdigste Buch der Welt,^ die Bibel, zur Anwendung bringt, hohl und oberflächlich sei. So habe der gelehrte Professor es nicht einmal mit dem Text bei.' Heiligen Schrift genau genommen; ein von ihm zitierter Ausspruch sei im ganzen alten Testamente nicht zu sinderr. Dem tapfern Manne, der für die Ehrcutrettung des Judentums immer das rechne Wort fand, ist ein ehrenvolles Andenken sicher. Rabbiner Professor Di*, xbll. Jakob Guttmanir in Breslau konnte am 1. Marz auf eine 25jährige Tätigkeit als Seelsorger an der neuen Synagoge in Breslau zurückblicken.. Der Jubilar ist am 22. April 1845 in Beuthen O.--S. geboren, studierte in. Breslau Philosophie und Theologie und wurde iSf>S zum T)r. phil. promoviert. 1872 wurde er hilssprediger und Religionslehrer irr Vreslan, 1674 Rabbiner in Hildeshcink, am 1. Älarz 1892 trat er sein jetziges Amt an. 1912 wurde er zum Professor ernannt. Er ist ein hervorragender Gelehrter, Redner und Schriftsteller. — Für die .Rechte des Judentums istmer allzeit mit Krast und Warnte ein-» getreten. Der großen Schar der Glückwünschenden aus den Reihen seiner Gemeinde wie der Amtsbrüderjchast durfte auch der Centralvercin sich anschlicßen. Seine rege Anteilnahme an allem Wirken für das Liecht und Ansechen der deutschen Inden betätigte der Jubilar auch durch nahezu zwanzigjährige Zugehörigkeit zum Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Aus Seligenstadt wird uns geschrieben: Unser langjähriges Vorstandsmitglied, Herr Moses Kleeblatt ist im 75. Lebensjahre verschieden. Der Verstorbene nahm regen Anteil an den Interessen des Centralvereins, und war ein. eifriger Verfechter der Rechte der Juden. Unser 1. Vorsitzender Herr vr. med. Steinhauck ehrte sein Andenken zu Beginn der letzten Sitzung Staatssekretär a. D. Dernburg hat auf dem Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei für Oldenburg und Friesland eine Rede geholtem in der er sich zu den Prinzipien dieser Partei bekannte. Er betonte, daß Deutschland auch heute noch bereit sei, einen ehrenvollen Frieden zu schließen» verlangte aber, daß „jetzt die andern nns kommen" sollten, und erklärte sich mit Bethmanns Ent> Mdigungsfordernng einverstanden. Ueber den Mangel freihejt-

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