Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 3 (März 1917)
- Article
- Hauptmann Dr. Georg Meyer
- Date
- 1917-03-01
- Page
- 117 (sequence 2)
- Language
- German
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STodj ein 5EDori zur Ostjudensrage. 117 Generalmajor I., bezeWnet ihn als »/einen seiner tapfersten Battericführer, der sich dm'ch unermüdliche Pflichttreue, vorbildliche Tapferkeit, warme Fürsorge für seine Leute das Vertrauen seiner Vorgesetzten, die Liebe seiner Leute, sowie wegen seines ritterlichen, offenen und liebenswürdigen Wesens die Verehrung des ganzen Offizierskorps in seltenem Maße erworben hat". Die Offiziere der Batterie ,,erblickten in ihm ihr Vorbild" und wie ein Offizier im Aufträge des Regiments bei der Beisetzung es aussprach, ,.verdankten sie es dem Geiste, in dem er lebte und wirkte, drß das Regiment als einziges der beteiligten kein Geschütz verlor". Mit vollster Hingebung hing er au dem militärischen Dienste an der Front. Als nach der Eroberung Rumäniens unsere Verwaltung daran ging, den Verkehr mit diesem Lande ans der Donau zn erschließen, richtete sich die Aufmerksamkeit auf 1)r. Meyer, der die Schleppschiffahrt am Eisernen Tor schon in Friedenszeiten wissenschaftlich bearbeitet hatte, doch bat er, ihn für dieses ehrenvolle und seinen Fähigkeiten so angemessene Werk nicht vorzuschlagen, weil der Dienst auf dem Schlachtfelds bei seiner Batterie ihm als das Höchste erschien. Mit derselben Treue, die der Verewigte gegen das Vaterland und in seinem Berufe sich betätigte, hing er auch dem Judentum an, für dessen Ideale er stets edel und frei eirttrat. Seinem pietätvollen Wunsche gemäß wurde er in Hannover neben dem Grabe seiner Eltern zur Ruhe gebracht: das 58or* bild eines deutschen Offiziers jüdischen Glaubens. * Noch ein Wort zur Osijudcnfrage. Der Krieg mit seiner Amwertung aller Werte hat auch in der Ostjudensrage /Mandel geschafsen und die- Ostjudeu, an denen sogar die deutschen Isuden achtlos vorbeigingen, in den Vordergrund des Interesses gestellt. Die Besetzung der russischen Gebiete durch die Zcntralmächte beschwor in Deutschland das Gespenst einer Ostjudengefahr herauf, als ob es schon feststünde, daß die Juden aus Russisch- Polen gleich nach dem Kriege in Millionen Deutschland überfluten würden. Den Neigen der Projekte, die solcher Gespensterfurcht entsprangen, eröffnete Geh. Regierungsrat Georg Fritz mit seines Schrift „Die Ostjudensrage, Zionismus und Grenzschluß"*), worin er, gestützt auf Chamberlains Rassentheorie, dem Juden gewisse unverwischbare Artmerkmale zuschreibt, die ihn zum *) Vergleiche den auZführlichen Artikel von Dr. Felix Gold- Tncum im Oktoberhest dieser Zeitschrift über „Deutschland und die Ostjudenfrage?