Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 3 (März 1917)
- Article
- Die sechste Kriegsanleihe
- Date
- 1917-03-01
- Page
- 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Im Deutschen 9vcidjy geopfert haben und sollten das Geld dein Reiche versagen? Wir sollten mit den Banknoten nngftlid>cr sein als mit unseren Kindern? Rein, — wie man über die Stellnlng der Juden im Reiche der bildenden Künste auch denken mag, sie werden von niemand im Reiche übertroffen, welnn es gilt, die neue Kriegsanleihe zu zeichnen! So sei denn jedenfalls der Zeichnungsternnn in Erinnerung gebracht - wortreicher Ruf. sorderung bedarf es an dieser Stelle nicht. Wer von unseren' Lesern dem Reiche beispringen kann, der wird ihm auch darbringen was er nur kann. * ■ Neuorientierung in der Fudeufrage? 'Von Sanitätsrat Dr. 911 frei) Goldschmidt - Berlin. Neuorientierung! Der Begriff enthält eine Hoffnung. Der Wille einer Verständigung ruht darin. Neuorientierung auf allen Gebieten — das ist der bescheidene Riederschlag jener imposanten Volkseinheitsstimmnng, wie sie in den Augusttagen des Jahres 1911 zu so gewaltigem Ausdruck kam. Im Iuniheft der „Zukunft" hat Oscar Schmitz einen Artikel über die „Iudenfrage" erscheinen lassen. Man mag über die von Schmitz vorgcschlagene — keineswegs neue — „Lösung" denken, wie man wolle, seine Ausführungen sind getragen von dem Willen in irgend einer Weise zum Verständnis, zur Annäherung zu kommen. Im Beginn seiner Ausführungen stellt er den getauften Juden Benjamin Disraeli, den englischen Staatsminister, dem Juden Ferdinand Lassalle, dem Sozialdemokraten, gegenüber, die ihm beide wesensverwandt erscheinen. England nahm den früheren Inden auf und nutzte seine hohe geistige Straft zu. ,,positiven" Staatsarbeiten, Deutschland stieß den Juden Lassalle von sich und -bewirkte, daß er den „Acheron" in Bewegung setztet. Lassalle wurde der „Umstürzler". Diese Gegenüberstellung ist für Schmitz der ''Ausgangspunkt seiner „Lösung" der Iudenfrage. Der Wert der jüdischen Gemeinschaft macht sie ihm'wünschenswert. Schon seine „Einteilung" aber gestaltet die Dil'ussion schwierig und macht sie schief. Er stellt auf: die rechtgläubigen, die Zionisten, die getauften und die übrigen Inden. Er nimmt an, daß die rechtgläubigen aus Religionsgründen Ms alle Staats- und Militärstellen von selbst verzichten, weil die Religion ihre Ausfüllung unmöglich mache. Er verkennt, daß es unter allen Gruppen - - die getauften selbstverständlich ausgenommen - „rechtgläubige" gibt. (Es braucht hier kaum eingeschoben zu werden, daß die „getauften" für uns keine Inden.sind.) Die