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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 101

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
[Ohne Titel] / J. L.
Date
1917-03-01
Page
101 (sequence 2)
Language
German
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Umschau. 101 Mit (Stin:mflc6rait§ scheint der Frühling in Rußlandunter drin Donnern und Blitzen des Aufruhr» zu nahen — wenn nur dem Gewitter ein Aufgehen der Frieden^sonne folgen wollte! Der Winter schied aber nicht, ohne einen Pariherpfeil zurückzuscnden. Die harte Zeit in der wir leben hat uns an Verluste, an schwere Verluste gewöhnt, unb die Welt scheint -uns oft in einen Trauerflor gehüllt. Wenn sonst Söhne/ ihre Väter zu Grabe geleiteten, bringt es die Unnatur der Kriegszeit mit sich, daß jetzt Väter ihre Söhne betrauern, und daß die blühende Jugend es ist, die der Sichel Freund >Hains entgegenreifi. Und dennoch war es das jähe Ende eines Neunundsiebzigjährigen, das unser Land, unser deutsches Volt in Trauer versetzte — der Tod des Grafen Zeppelin! Hatten wir doch alte nie das Gefühl, daß ein Greis — nein, d a s war es wirtlich nicht! — daß also ein hochbejahrter, lieber sagen Nur h o ch betagter. Mann es war, der sich vor den staunende!: Augen der Welt zum Beherrscher der Lüfte gemacht hatte und der in diesem Kriege m ehr als ein Kampsgenoß, der ein eigenartiger Verbündeter geworden war! Gegellitlu'i der ziveiselhaften englischen Beherrschung der Meere ein unbezrveifelter Beherrscher des Lustmeers. Was seit Jahrzehnten ein Sehnen der gesamten Menschheit war, Zeppelin hat es uns zur herrlichen Wirtlichkeit gemacht. Wes seit Dädalus und Ikarus die.Phantasie aller Völker beschchligt, was einen Lionardo da Vinci wei einen Böcklin zu kühnen Versuchen reizte, was als ein stilles Sehnen durch das. ganze Lebenc-wert von Goethe sich zieht, wuch wenn er zeitweilig seinen Faust resigniert ilageu läßt: ''Ach, zu des Geistes Flügeln wird so leicht Keill 'törperlicher Flügel .sich gejcllcil! Zeppelin mit seinem Luftschiff und unsere Flieger auf ihren Maschinen haben es verwirklicht. Die deutsche Judcnheit gedenkt aber mit besonderer Wehmut mit« besonders dankbarer Verehrung des Grafen Zeppelin. Nicht nur, weil sie tu ihm einen wohlwollenden, vorurteilslosen Freund verliert, sondern auch weil sein Leben und Schicksal uns. zum aufrichtenden Trost werden kann, wenn alle Mächte der Verhetzung sich wider uns erheben wollen. Wie ist Graf Zeppelin verspottet, wie ist er sogar angefeindet tuorbcit und wie hat selbst ein mitleidiges Wohlwollen den Phantasie!: belächelt, der sich da.vermaß, die Naturgew'alten zu überwinden, den Traum von Jahrtausende!: zu verwirklichen und fertigzubringen, was so viele der größten Geister nicht vermochten. Sogar seinen Schmoller hatte Graf Zeppe-

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