Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Herrn E. A..n Gummersbach
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 89 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefkasten. SO Briefkasten. Lzerrn G. A . . n Grnu?nersbach. Vesten Dank für die Einsendung des "Artikels „Der französische Nationalismus und das -p lchcntum" ans der „MiSin. Vollsztg." Weiiil die früheren Pariser Arckisemitcu. jetzt plötzlich die französischen Juden, auch die von Deutscher Abstammung. mit ihren Liebeserklärungen überschütten, so. werden sie 31t diesor l'iebc ebenso verdächtige Ärsachen haben wie früher zu ihrem Haß. Verlagert ist das eine wie das andere. An sich wird man es den französischen Juden gewiß nicht verdenken dürfen, wenn sie treue Franzosen sind, wie die Juden bei lins sich c\v gute und treue, hingebungsvolle Deutsche bewähren. Sind doch auch die französischen Katholiken, gute Franzosen. Die Sinneswandlungen der Äntiscnritcn, bedeutungs- und wertlos überhaiivt sind es auch nicht wert, daß man ihren gewiß etwas trüben Ouellen nach spürt. Herrn i>u. G. T? . . Frankfurt a. LN. Vesten Dank für den freundlichen Hinweis. Es ist unserer letzten „Amschan" allerdings eine Verwechslung durchgeschlüpst, die unserem Nedattions-Ausschuß cnlgangen ist. Nicht der 'Abgeordnete Bergrat c^ojhein in Breslau, der'Vorsitzende des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, sondern fein o.» r u der. der va^ionaUiberale P r 0 f e s s 0 r (v 0 L b e i n in *0 0 i b c l b c r cj war es, der in eine Ul Vortrag die Meinung ausgesprachen haben soll, der Weltkrieg würde in Deutschland „mit jedem Best von ^lntisemitismus ausräumen." Der Irrtuuc sei hiermit be» riäüig. Daß dein 0! b g. Cöothcim eine solche Annahme nicht in den Sinn tonimen konnte, brachte unsere „Arnjchau" ja zürn Ausdruck. L5crnh. LN. . L, Praunfchweia. Aeber Goethes Interesse für den jüdischen Jargon lesen Sie das Nähere in „Dichtung und Wahrheit" erster Leit, viertes Buch nach. Line ganze Jargon-Predigt hatte sich Goethe einmal in Leipzig abgeschrieben. Fr. p. Log., Frankfurt a. LN. Die „200 Kriegslieder". mit denen Mar Vewer vor den Türen unserer Heerführer und Staats» Gininucr höfliche Dankschreiben sammelt, sind einer eingehenderen Besprechung doch Wohl nicht wert. Lyrik und "Antisemitismus passen zu einander wie Nose und Misthaufen. Die Kriegslieder sind Dutzendware, wie sie vieltansendfach ans den: Markt erschien uub die Spalten unserer Zeitungen verunstalteten. Die plumpen Aulisemiitereien allein können ein Eingehen auf diese Kriegsiieder nicht rechtfertigen. Be» merkenswert ist nur, daß Mar Bewer ursprünglich ein bemerkenswertes Talent war, das tm Morast des Antisemitismus so bedauerlich versumpfte. Fr. w . . e F . . ra, Hamburg. Das Geschwätz von den jüdischen „Geschästsdramatikern" ist genau so wahr wie die alberne Annahmealle Juden seien Millionäre oder seien Kriegstieferanten. Es ist wahr, Bühnendichter wie Ludwig Fulda haben die untilgbare Schuld aus sich geladen, in Lustspielen vornehmen Stils freundlich anmutende Lebensbilder zu schaffen. Es ist richtig, Dramatiker wie Oscar Blumcnthal, wie Gustav Kadelburg sind überführt und schuldig befunden» überaus unterhaltsame Komödien geschrieben zu haben, und cs kann, ihnen nicht verziehen werden, daß ihre Stücke gefallen, daß sie ein großes Publikum anziehens. Es kann nicht geleugnet werden, daß sogar Schnitzler, Hofmannsthal rücksichtslos genug sind zu gefalken und Erfolge einzuhejmsen. 'Aber haben denn die gestrengen Kritiker, die sich'über diese Erfolge so sehr erbosen, nie von dem Strcben uub Bingen eines Etefan Zweig gehört, der seine dramatische Kraft an großen und spröden Aufgaben übt, und eben jetzt mit einem biblischen Stoffe ringt, nichts von Mar Brod, der sich an große Auf»