Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Zum Thema "Die Juden im Kriege"
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 88 (sequence 2)
- Language
- German
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58 Jur Deutschen Beicb. spielen. Wer diese 64. Briefe aus Frankreich, Eluzland, Belgien, Ostpreußen, Bnssisch-Polen, Galizien und Serbien liest, der wird nicht begreifen, daß breite Schichten ibf3 deutschen BoikeS Jene Verteil m düngen glauben konnten. Alan lese den ^lbschiedsbries des Lleiuen Viehhändlers, Vaters von sieben Kindern» der mit achtzehn Glaubensgenossen am dritten Mobilmachungstage als Freiwilliger hinauszog, oder die Geschickte des „entschlosscncl! ^Juc^ fiihrcr*“, der, iun1>^cm htv Leutnant uitb der Anterosfizier gefallen waren, das Kvriunando nbernahnr und die Stellung solange behauptete, bis „die Kompagnie wegen zu großer Verluste zu rückgeführt werden wußte". Man lese diese und zahlreiche andere Berichte und frage sich, ob man noch den Mut haben kann, die Juden Drückeberger zu schelten, Linen sehr beherzigenswerten Aufruf erläßt der Deutsche Krieger-Hilfsbund. Es heißt da: „Mir hohem Stolz erfüllen uns alle die herrlichen Kämpfe nuferer Tapferen.. Vertrauend und sicgessicher blickt das ganze deutsche Voll ans sein gewaltiges Heer und auf die fruchtbare Ä.'itigleit seiner Flotte. Dank in Wort und Schrift unseren tapferen Kriegern abzustatten, scheint jebent Deutschen selbstversländiich. (Lin großer Teil unserer Millionerlheere besteht nur aus im* beit o r u. $1 n g e st e l l t e u, P rivatl e j> r c r n. f) aud - to> erkenn und kleinen G e w e r b e t r c i b e u d c it, die meist völlig Mittellos uub vielfach siech tu die Heimat zurück lehren. Die alte Stellung können diese Männer nicht wieder antrcten; das frühere Geschäft mußten sie schlieszeii; sie haben vorläufig, keine Möglichkeit, neuen Erwerb zu schassen. Diesen schwer geschädigten. entlassenen Vaterlandsverteidigern wollen wir helfen. Ls darf kein heimkehrender Krieger her öffentlichen Armenpflege zur La st fallen! Deutsche Opferwilligkeit und Hilfsbereitschaft wird auch in diesem Falle nicht versagen, sie muß den mittellosen Kriegern bare Beihilfen gewähren, damit sie so eine neue Existenz gründen können. Jede, auch die Kleinste Spende wird herzlichst dankend angenommen. Einzahlungen erbitten wir auf Postschecks- Konto Berlin 22 271 oder direkt au die Geschäftsstelle, des Deutschen Krieger«h!lse<nludee:, Berlin. SW. 0,8, Kochstraße H 7. Den Aufruf untel-zeichnet: „Das Ehrenpräsidiunl: Marie Therese Prinzessin von 'A a t i b o r und E o rv e p; Margarethe Freifrau von R ei scha ch, rjob. Prinzessin von Batibor und Corvey; Vize - Ober--Zeremonieumeffter und Einführer des diplomatischen Elisabeth Prinzessin von Batibor und Corvey; voll Boeder, jÄorps. GeschäftÄeitung: Generalleutnant z. D. Freiherr voni Steinaecher, Mitglied des preußischer! Abgeordnetenhauses. Linen „jüdischen sozialen Hilfsdienst" rufen soeben die irluerikanischen Juden auf Anregung und unter Führung des Rabbiners Dr. Kaffee ins Leben. Federn wegen irgendeines Bew tzehens bestraften Fug endlichen jüdischen Glaubens will man einen „großen Bruder" stellen» der dem aus dem Gefängnis Entlassenen nicht mit Geld, sondern mit Bat und Tat kräftig zur Seite stehen und die .Aufgabe haben soll, aus seinem Schützling einen ordentlichen, nützlichen Menschen äu (machen. Die Zähl der bestraften Fugendlichen jüdischen Glaubens ist in Amerika nicht groß, vergleichsweise sogar sehr gering, immerhin will mau bestrebt sein, sie beizeiten zur bürgerlichen Ordnung zurückzuführen. Auch die M.-B.-Logeu wenden der schönen Aufgabe ihr volles Interesse zu. *