Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Von den vielen Beispieln jüdischer "Drückebergerei"
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 87 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 87 Regiment im Schützengraberl war. Voll den männlichen Mitgliedecn seiner Familie stehen die meisten im Felde. Von seinen neurl hecrespflichtigen Neffen silld vier gefallen, zwei mit Verstummellulgszulagen infolge schwerer Verletzung entlassen, einer ist irr französische (Gefangenschaft gefallen, einer, der bereits zweimal schwer verwundet war» steht wieder als felddienstähisg an der Somme, nnd mir der letzte, 18 jährige, ist noch in Garnison, weil nämlich schon zwei seiner Brüder gefallen sind, uufr et* nach einer kriegsministeriellen Bestimmung zunächst zurückzuhallen ist. Line Iu-enlcgion. Die Engländer haben cs sich nicht nehmen lassen, eine jüdische Legion ins Leben zu rufen, die ,,die Interessen des jüdischen Volkes verteidigen helfen soll" (!). Der mit den Schicksalen dieser Truppe näher vertraute Oberst Patterson hat unlängst in eitlem groß angelegten Werte „Wilhc the Ziouists in (vallipvli" die Geschstlzte dieses ersten rein jüdischen Heeres seit der Zerstörung Jerusalems geschrieben. Die Truppe wurde ans jungen jüdischen Intellektuellen, meist aus eben der Schule entlassenen, aus Ru^aud nach Palästina und von da nach Aegypten geslohcuen Gymnasiasten und Studenten gebildet. Die freiwillig ZN den Fahnen geeilten Jünglinge waren nicht zum wenigsten von dem Rmstand begeistert, das; zum erstenmal eine echt jüdische Legion mit hebräischer Kommandosprache (abgesehen natürlich von der der zugeteilten englischen Offiziere) und dem national-jüdischen. Abzeichen (dem Davitisteru) ins Leben gerufen werden burfto. Sie leisteten ihren schweren Dienste *— bei dem über die Hälfte der Truppe,- als Tote und Verwundete, in kurzer Zeit siel — mit einer uni so größeren Tapferkeit, ais es ja angeblich galt, das Heilige Land - so lautete der lockend in Aussicht gestellte Preis für ähre dargcbrachten Opfer — miterobcru zu helfen und an die Vorbereitung der Zukunft ihres gegenwärtig leidenden Volkes sich zu beteiligen. Nachdem das ganze Gallipoli-Autcrnehmen mißlungen war, wurde die z io n ist i sch e L c gi o n zum Teil entlassen» zum Teil stellten sich die jüdischen Legion «re von selbst wieder in der englischen Armee ein. heute, ,beinahe zwei sstchre nach der Gründung der ersten jüdischen Legion» ist der Gedanke wiederum ausgetaucht, namentlich injolge der '-Agitation des zionistischen Schriftstellers Iabotinski in London» eine jüdische Legion ins Leben zu. rufen. An ihrer Gründung wird gegenwärtig lebhaft gearbeitet. Zum Thema „Die Huden im Kriege". — Wenn schon die Aeichslagsdcbatte über die leidige Konscssionsstatistik deutlich genug war, so hat das Verhalten der Zentrums-- nno recsttsstehenden Presse keinen Zweifel über ihre Absichten bei dieser Statistik gelassen. Die deutsche Iudeubeit bat denn auch die Vorwürfe, die das'Andenken Tausender von GesaUenen befubcln, als eine schwere Kränkung empfunden, itub die jüdischen Organisationen sehen sich nun gezwungen, alles verfügbare Materi«l zusammenzutrag-en, um die Ehre der Toten zu wahren und die Lebenden zu schützen^ Da sei es gestattet, die -Aufmerksamkeit der jüdischen und nichtindischen Oeffentlichkeit aus ein Buch zu lenken» das, lange vor der jetzigen Hetze erschienen» vielleicht deswegen ungemein zeitgemäß ist, weil cs überzeugendere Aufschlüsse über die Haltung der Juden im Weltkrieg enthält als die auf Grund falscher Methoden hergestellten Statistiken. Wenn einmal die Geschichte des Weltkriegs geschrieben wird, Äiird man auf die Dokumcute aus der ersten Kriegszeit zurückgreifen, und da werden die „Kriegsbriefe deutscher und österreichischer Juden", hcransgegeben von Dr. Lugen Tannenbaum (Wiener Verlag» Berlin, M. 2.50), dabei nicht die letzte Nolle