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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 86

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Zur Frage der Konfessionsstatistik
Date
1917-02-01
Page
86 (sequence 2)
Language
German
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Im deutschen Reich. 86 Glaubens, sondern für jeden Deutschen» das; man trotz der Hingabe aller kreise, noch jetzt, während des Feldzuges» eine Gruppe gegen die andere auszuspielen versucht. Den unzähligen Juden, die, ihre Pflicht freudig crfmlt oder n b c r i h r c P f I i ch t hina us^ Gut und Blut für das Vaterland dahingegeben, haben, mit statistischen Verallgemeinerungen zu kommen»'ist ein bitteres Unrecht . : Lin Schnitzer -es Herrn Lhcnnberlain. Herr Geh. Rat Prof. Lu jo Brentano richtet in der „Fraulf. Ztg." einen offenen Brief an den Verfasser der „Grundlagen des 19. Jahrhunderts". Gr schreibt: „Ich bin erst eben auf (zwei Stellen aufmerksam gemacht worden, die Sie in Ihrem schon 1912 erschienenen Buche „Goethe" über meine Familie geschrieben haben. Gs heißt da: S. 120: „Als jene lntfcltgc, italienisch-tleinasiatischeMischlings» familie der Brentanos» die Vorboten der jüdischen Auflösung, znm ersten Male am Horizonte Weimars anftancht", ufn>. S. 691: „^lls Bettrna Brentano» aus syro-semitischer Bastardfamilie, ihn im Interesse" usw. . - . Ich befasse mich nicht mit den in diesen Worten enthaltenen Werturteilen. Hat doch Goethe» von dem Sie einen unfreundlichen Ausspruch anführen, auch von „der geliebten und verehrten Familie Brentano", die ihm viele glückliche Stufen bereitet habe, geschrieben (Vergl. Goethes Werke, Vollständige Ausgabe letzter Hand, XIÜII. Stuttgart und Tübingen, S. 290);^ und ist doch die Stellung, welche meine weitverzweigte Familie seit mehr als 150 Jahren in den Kreisen, die in Deutschland zu den ersten gehören, innehat, eine derartige, daß sie durch Schinähungen eines Deut* scheu von gestern nicht berührt werden kann. Wohl aber muß ich Sie um Aufklärung der in ihren Sätzen Über den Ursprung meiner Familie enthaltenen tatsächlichen Behauptungen bitten. R i ch t a l s o b ich es mi 2 zur Unehre anrechncn würde, von Juden abzustammen, unter denen es jederzeit auserlesene und wahrheitsliebende Menschen gegeben hat; es handelt sich für mich nur um Feststellung dessen,'was wahr ist", Herr Geh. Rat Brentano weist dann nach, das; seine Vorfahren schon im frühen Mittelalter in Italien, eingesessen waren und fährt fort: „Gs würde der Höhepunkt des Dilettantismus sein, hätten Sie Ihre Behauptung ohne sichere Beweise für ihre Richtigkeit zu haben, aufgestellt. Da ich dies nicht annehmen, darf, bitte rch Sie, mir diese Beweise mitteilen zu wollen." Auf diesen Brief hat Herr H. St. Chambcrlain Herrn Geh, Rat Brentano durch seinen Anwalt I>r. Troll antworten lassen. Als Beweis für seine Behauptung läßt er anführen» daß „der orientalische Typus in allen ihm bekannten Mitgliedern dieser Familie ans alter Zeit und ans neuerer OUt außerordentlich prononciert sei", und Caroline Schlegel geschrieben habe: „Bettina Brentano sieht aus wie eine kleine Berliner Jüdin". Schon damals sei häufig das Wort »»Jude" gefallen; doch habe Herr Chamberlain dies für einen Irrtum gehalten; hier handle es sich um) eine 'zwar asiatische, aber viel edlere Herkunft. Herr Lujo Brentano schreibt: „Rach btcfcit von Herrn Chamberlain für seine Behauptungen. beigebrachten Rechtfertigungen findet mein Satz über den „Höhepunkt des Dilettantismus", der sich in feinen Aufstellungen zeigt, seine volle Bestätigung". Von öen vielen Beispielen jüdischer „Drückebergerei", die uns täglich zu gehen, sei ein einziges hier erwähnt. Man sendet uns den Stammbaum eines Mitgliedes unseres Vereins, Herrn Ruß bäum, der jetzt in einem Lazarett als Schreiber tätig ist, nachdem er ein halbes Jahr lang bei einem Reserve Infanterie-

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