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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 84

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Eine neue Sekte
Date
1917-02-01
Page
84 (sequence 1)
Language
German
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Eine neue Sekte. f^u dem flitlifcmittfdxu „Ortiitiitcr“ finden wir nachstehendes Inserat: „Die Deuts ch g I äubige tfj cm c i u - ]cl)aft sammelt den ljchgcbo reue ^Hcufdjcn, i>orb]tiillcii mtb Sippen auf der Grundlage deutschen Glaubens zu gegenseitiger Förderung und Zeitigung. Freunde d e u t s ch r e l i g i ö i c r Bestrebungen werden gebeten, mit uns Fühlung 311 nehmen. Auskunft erteilen Folgen meliere Flamen. (Vermutlich sind Büffel Horn und Bärenfell die Symbole des „deutschen Glaubens".) Daß Heilnstätten »ge-, b 0 r e u" werden, war uns, meint die Frankfurter »Volks st im ine"', bis jetzt unbekannt, wir meinten, sie würden gebaut und allenfalls gegründet. Kkit der LckanBenszählnng tat deutschen Heere beschäftigt sich anch die englische Presse. In der „Dimes" fiubeit wir folgende Auslassung: „Die Wiederbelebung der a n t i f c m 11 i f d> c 11 B c * tocgung in Deutschland scheint Fortschritte zu vachen. Bor kurzem, haben wir in dieser Rubrik darüber berichtet, das; die hauptsächlichen jüdischen Vereine und Verbände in Deutschland einen -Ausschuß für Kriegsslaiistit gegründet haben, der Material für die Verteidigung der Inden gegen die Behauptung der Drückebergerei während des Krieges sammelt. Nun haben alle Parteien des Reichstages, ausgenommen die Linke und Sozialisten, kürzlich eine . Resolution angenonnnen, daIpngebend, eine Zählilng der in zahlreichen öffentlichen Behörden zurückgebliebenen Personen, die während des Krieges dort beschäftigt werden, anznstellen, um Gehalt und Religion fest» znslcllen. Dieser anscheinend unschuldige Vorschlag-Würde von dem Führer der sozialistischen Mehrheitspartei, Herrn ^cheidemann, als ein Vorschlag zur Zählung von Inden festgenagelt, und es kann kein Zweifel sein, das; das auch die Absicht ist. Nationalliberale und konservative Zeitungen sagen, es sei allgemeine Meinung, das; die zahlreichen neuen Kriegs- und Rohstoffgesellschaftcn Pläße der Zuflucht für jüdische Drückeberger seien. Das jüdische Koriin er Tageblatt schlägt vor, eine Statistik von den Personen anzufer^igen, die mit der Feder oder mit dem. Munde die glanze Welt verhetzen und fcstzustcllen, wieviele hiervon im Felde oder in den Schützengräben seien. Eine eigenartige Veröffentlichung ist ein Artikel eines Deutschamerikaners im „Vorwärts", der sagt, das; der Zweck der antisemitischen Tendenzen im Reichstage dahinging, die bedeutenden jüdischen Voten feci der amerikanischen Präsidentenwahl zu beeinflussen. Die Berichte über die Beichstaassitzungeir haben. bisher selbst fanatische ntifcmitoublättcr unverfälscht', wiedergegeben. Die Leip-« ziger „Neuesten Nachrichten" aber brachten es fertig, im Bericht über die Reichstagssiizung vom 4. November und die Besprechung der Iudenzählung im Heere ans der Rede des Abg. Heine die Stelle über die Indenzählung fortzulassen» die Rede des Abg. Haas aber ganz zu streichen. ^luf eine Anfrage ans dem Leserkreise brachte öas „Schristamt" der »Leipziger Nettesten Nachrichten" es über sieb zu erklären, ans Papiertttangel habe der Bericht gekürzt werdet: müssen. „Eine tendettziöse Berichterstattung" habe ihm »ferngclegen." 9lns Paviermangel also ist alles was zur Vertretung der Interessen der Juden im Heere vorgebracht wurde herausgestrichen. woroen. Ls ist nicht immer Böswilligkeit, nicht immer mit dem Makel des Antisemitismus behaftet, es ist aber itnmer als zum mittdesLcn tadelnswerte Gedankenlosigkeit anznsehen, wenn bei irgendeiner Aebcltat der Schtildiae als „Itide" bezeichnet wird. Mach lnird nie urJÜ nirgends lesen: Der „Katholik" 95. habe gestohlen, der „Protestant" 9).- habe betrogen; wars aber ein Irrde oder v er mu t et man nur, daß es Mer seir: könnte, daun heißt es in der Presse ^,der Jude Z." Und

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