Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Ueber Religion und Staatsbürgertum
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 81 (sequence 2)
- Language
- German
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Vermischtes. 81;) hat B. ihfc Berliner Medizinische;yrjTuIfat beschlossen, da^ wenn ein Privatdozcnt «auf ergangene Aufforderung für zwec 16cmöfter keine ober cnic verspätete Anzeige von Vorlesungen cin^'l-eichi I>at, feim bei der ^afuUat zu lesen, erloschen ist. die Prophezeihung. der erste jüdische Ordimrruts werde rn zehn Jahren fünf und m<hr andere selben nach sich ziehen, lin Mancher^ dorrlscheu Fakuttäteir sich bewahrheitet Hobe, i)abe ich nicht f oft ft eilen (öitueii und will auch keine uxitere Mühe darauf verwenden.. Denn wäre es der Fall, so würde ich vorn Anivci> sitätsstandpilnkte aus di- Berechtigung oocr Aichtberechtigung dieses Erfolges doch niM unter dem Winkel der Iirdenfrage, sondern lediglich danach beurteilen, ob durch den Zuzug der fünf oder mehr Inden der Wissenschaft, der Lehre und dem. Ruf der Fakultät eine Bereicherung zuteil geworden ist oder nicht . > . (Linen wissenschaftlich verdienten und für ein akademisches ordentliches Lehramt auch tm übriflcii einwandfreien. Mann bloß, deshalb anszuschlicßen, weil er, ob getaufter ob ungetanster, Jude ist, geht nicht nur gegen das geschrieene Reichsroch!, sorrdern.arrch gegen irog). viel höher steherche ungeschriebene Gerechtigkeit . 1 . Als Deutscher hoffe ich, daßl die, die a»rs dem Felde heimkehren und rnitberufcu sein werden, d<rs rreire Vaterland zu bauen, auch im öffentlichen Leben der Heimat trennende Hindernisse der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung nreich weiter geltere lassen werden, die ihnen fremd waren, al* sie Schulter an Schulter kämpften, bluteten und siegten. Joseph lhal^vy, der berühmte Orientalist und Bibelforscher! ist, 90 Jahre alt, rn Paris gestorben, halevy war 1827 -in Mn'anopel als Sohn eurer jüdischen Familie geboren; er beschäftigte sich schon srn ferner Jugend, während ferner Tätigkeit als Lehrer zuerst in seiner Vaterstadt und spater in Bukarest, fleißig mit dem Studrum der orrentalrschen (sprachen .und der Archäologie. 1868 wurde er von der „Allmnce i*radiite“ nach Abessinien zur Erforschung der Sitten und der Geschichte der vy«lafct>a» hcsandt. Er entledigte sich feiner ^lufgabe mit solchem Erfolge,- daß er bereits im folgenden Jahre von der Pariser „Acadcmie des Inscriptions et Beiles-Lettrcs“ beauftragt wurde, die sabäischen Inschristen in Penren zn entziffern. Von dieser Forschungsreise brachte er fast 700 sabaische Texte mit, die wertvolle Aufschlüsse über die Sprache, Sitteir und den Glauben der Sabäer gewährten. Seit 1879 lehrte halevy als Professor der äthiopischen Sprache cur den Pariser Ecole pratique des hantes (Hudes und bekleidete auch den Posten eines Sekretärs der Französischen Asiatischen Gesellschaft. Als Semirist gehörte halevy zu den ersten seines Faches; die Wissenschaft verdankt ihm eure große Einzahl von Tertentzifserungen, Aebersetzungen und Sprachanalysen. In zahlreichen Werken sowie in vielen Abhandlungen in der^ von ihm herausgegeöenen ,Revue semitique" hat er die Ergebnisse seines Forschcrfleißes niedergelegt. Daneben betätigte er sich auch nicht lohne Erfolg als Dichter. 1893 Veröffentlichte er in hebräischer Sprache eine Gedichtsammlung, dre u. a. Rebersetzungen aus Schiller, Byron und Victor Hugo enthielt. Immer die Juden! Der antisemitische ,,Hammer" hat die Entdeckung gemacht, daß. im englischen Kabinett mehrere Juden oder wenigstens Gatten von Jüdinnen sitzen. Seine Beweisführung ist allerdings originell. Da heißt es z. V. ,,Morrison hat sich anscheinend (!) aus dem . deutschen Moritzsohn entwickelt." Die Frau von Lord Curzon, eine Argermanur namens Leiter, wird dadurch zur Jüdin rnrrgcsternpclt, daß der Vor-