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Im deutschen Reich · 1917-02-01 · Heft 2 (Februar 1917) · p. 71

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 2 (Februar 1917)
Article
Auch eine Weihnachtsstimmung
Date
1917-02-01
Page
71 (sequence 2)
Language
German
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Ciiic beschichte des Jntnnib. 71 9(0or es ist ja Krieg, und so nehmen wir die Gaben als den Dank der Heimat für ihre Soldaten. Und wenn ich an diesem Übend auch nicht von dem Weihnachtsz.v.her erfüllt bin, so haben Ihre Gaben doch eine Feststimmung in mir erwedt, das Gefühl des Nichtvergessenseins im deutschen Vaterlande, das auch mein Vaterland ist, für das auch ich kämpfe, und das auch ich liebe, wenn ich auch Lein Christ, wenn ich auch Jude bin. Kein Streit sei deshalb zwischen uns -- mau hat ja heute Abend soviel von christlicher Liebe zu Gott und den Menschen gepredigt — aber gerade deshalb hatte ich das Bedürfnis mich frei zu meinem Judentum zu bekennen,' in denr Gefühle dadurch nicht Ihre „Liebe", Ihre Achtung zu verlieren. Und zu dieser „Liebe" sind anch wir Juden fähig, Liebe erzeugt Jets Gegenliebe, und dann kommt auch die Achtung des einen vor dem anderen. So hatte mich Ihr schönes Paketchen zu manchem Gedanken angeregt, vielleicht darf ich Ihre Antwort erwarten.. In dieser Hoffnung begrüße ich Sie herzt. Ihr Mar Liebmann, stud. med. Absender: San. Gefr. siud. med. Liebmann, Kriegslaz. Abt. 5,1, 3. Armee, Feldpost 53, Westen. * Eine Geschichte des Talmuds. * Die merkwürdigste Büchersammlung ist auch die verkannteste. Nachdem wir so oft die Geschichten über den Talmud und zuweilen auch Geschi-chtchen aus dem Talmud hörten, begrüßen wir heute eine kurzgesaßte Geschichte des Talmuds. Der Talmud! Kein Buch ist so viel genannt und so wenig bekannt wie der Talmud. Von allen, die ihn im Munde führen, die ihn verleumden oder verteidigen, die ihn lästern oder selbst preisen, haben die wenigsten einen der vielen hohen Folianten auch nur zu Gesichte bekommen. Und wie wenige finden sich in seinen typographisch interessanten,, mit mannigfachen Schriften bedeckten Plättern zurecht!- Goethe bezieht sich in seiner — Farbenlehre auch auf deu Talmud, ohne doch viel von ihm zu wissen und jedenfalls mißverständlich. Webers ^Demokritos" entnimmt ihm einige Schnurren, die der Verfasser im Original nachzuweisen kaum in der Lage gewesen wäre, und so spricht man denn viel, oft allzu viel, von: Talmud wie der Blinde von der Farbe. Da kommt denn eine kleine Schrift sehr gelegen nnd erwünscht, die uns nicht mit dem Inhalt des Talmuds vertraut machen will — an diesem kühnen Unterfangen sind schon viele gescheitert , sondern umso fesselnder die .Ent-

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