Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 65 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus der Seele unserer jüdischen Kriegsteilnehmer. 65 sendet? iuirb die IudenschafL. als Snrldenbock vorgeschoben. Da wird die Fabel vom Juden verbreitet, der an micnt die Schuld tragt, und die Grvßgrnndbescher treiben —- hie mehrsach die Russen in diesen! Kriege — die Juden vor sich her. Nicht innner mit Erfolg. In vielen Fällen drang die Importe Bauernschaft durch biejeu Schrchnoall hindurch, zu den ^ojarenschlössern vor. Dieselbe Falschheit ilnd Türke, die Rumäniens Machthaber jetzt gegen ihre bcut]dicn und österreichischen tk'i'bünbctni übten, Haberl sie gegen die Juden von jeher in iinverhüllter Roheit walten lassen. Unsere Diplomatie hatte daraus früh eine Lehre ziehen und vor Büridnissen mit der Treulosigkeit gewarnt sein tonnen. J. L. % Aus der Seele unserer jüdischen Kriegsteilnehmer» Von Dr. U. Eckstein-Bamberg. Fr. Naumann, der eifrige Prophet von „Mitteleuropa" und laiilrufcitbc Herold seiner Zukunft, äußert irr seinem diesem Gegenstände gewidmeten Werke S. 71 folgendes: „Es ist möglich, daß von antisemitischer Seite aus im deutscher: Reiche der große Prozentsatz, der Jrrden in der Donaumonarchie als Gegengrund gegen die Herstellung von Mitteleuropa angesührt wird; möglich, aber nicht sicher, denn dieselben Kreise pflegen sehr gute Freunde der znn: Teil antisemitisch gerichteten Deutschen in Deslerreich 51t sein, und werden gern mit ihnen zusammen-- arbeiten wollen. Ein politischer Erfolg ihrer antisemitischen Bestrebnngerl nnrd aber voranssichttich auch dann nicht eintreten, um so tveniger, als im deutschen roie im österreichischen und ungarischen Heere israelirische Soldaten während des Krieges ihre Pflicht getan haben, wie jeder andere, und ihre Staatsbürgerlichkeit, wie alle anderen, mit dem Tode bekräftigen. Nach dem Kriege muß Schluß gemacht werden rnit allen gegenseitigen V e r h e h u 11 q c udenn im Hintergründe liegt der gemeinsame Schützengraben. Der ist politisch ebenso viel wert als die Taufe." Diese Aenßerung Naumanns möchten wir zunächst mit einer allgemeinen Bemerkung begleiten: wenn der Schützengraben politisch ebenso viel wert ist wie die Taufe, muß da nicht die Blnttanfe politisch mehr wert sein als die Wassertaufe? Der Grundtrieb alles Lebens ist ja der Selbsterhaltungstrieb. Wer aber sein Selbst überwunden und hingcopfert hat, sei es mif den: Altar einer narionalen oder einer religiösen Idee, der hat damit nicht bloß bekundet, daß sein Dasein einen überzeitlichen Sinn und Zweck hat, sondern auch das überwältigendste Zeugnis an den Tag gelegt, daß die Idee, für die er gelebt und