Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- Vom jüdischen Mittelstand [Rezension]
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 42 (sequence 1)
- Language
- German
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7)»n ^oui)u;on?'eiu>, Biicherschau. jüdischen LNitLelstand" nennt fid) eine kleine Schl'ist, die uns ,,Beiträge .sur tfriiiF des jüdisdi.m Handwerks" verspricht lund die. in einem nachträglich eiugesügten 1tntc.rartjtol, den etwas ruhmredigen Einspruch erhebt, ,,ein ki‘»3cc;Voetfer jat die indische^ Zukunft" zu sein. Als 'ühtrtcjinni äst die G6rift_ willkommen zu beiden. Sie hat das Verdienst, auf eine Lücke in unforcr L'ilcratur ausiuerlsam zu luacheu, wenn sie and) die^e Lücke noch nicht ausfüllt. Sine erfenöpfenbc Darstellung der Stellung unseres Judenrums im Handwerk liub seiner Bolle tut MiUelslarld fehlt Nils allerdings. Das Heine Büchlein, eine Zu sammeusle'luilg von sechs ver» fd>tebcitar 1 ipeu kleinen Aufsätzen, ergänzt durch ein Hargon-Lieochen und drei 'scachbiiduugen wertvoller Werke voll Mar Lieber-- ♦iii ann, faitn als solch eine Darsteklur:g entfernt Uiich t geljerr. sMarl bat das ehemals ackerbautreibende Volt der Juden gewaltpm ovm Ackerbau ferngehalleu nnb wirst ihm nun vor, cs treibe keinen Ackerbau, man hat Vas ehemals kriegerische Volk der Huden zur freien Betätigung in der Kriegs! nusl utcl;t zu gelassen m\b in ächte mm behaupten, es sei u iebt lriegerisd), trotzdem jetzt scher Lag Blutzeugen für das Gegenteil allsweist. Mau hat den Huden den Zutritt zum Handwerk'erschwert, und saock ihnen nun gern nach, sie scheuen das Handwerk. Und die Anuäger merken nicht, wie bitter sich die Dinklage gegen sie selbst richtet. Die sechs zufällig znsammeugerasfterl ^lnfsä!;e, die das Heine Heft voll 32 Gelten umfaßt, silld an sich anrepenb nnb leseilswert. "Abg. H a a s spricht über den Antisemitismus nach beul Kriege. Sr werde gewiß wieder erwachen nnb noch manchen schweren Kampf uolweudig ltiachen, aber <r wird uns den Glauben an das VaLerloaid und all die 3utiiuft nicht rauben. Bachum G old m a n n -- Berliil spricht über die Bedeutung und 'Ausgabe des jüdischen Handwerks. Sr untersucht die Arsacherr der Uebcrsc'oätzuug nnb Acberhäufung der Geistigkeit im f>ubcnf um nnb fiud et im' Haudwcrr nid>t nur wirtschaftlich, sondern auch moralisch mib ethnologisch das natürliche tzeilillittei. Beiul Mangel eines Baueniftaudes ist das Ha ndwcrk berufen, die physische'und geistige Cbefimbiuni im. Judentum. 7,u fordern. Mit gilten Gründen und Beweisen 'tritt der Abg. Gothein der Meinung entgegen, der Hilde entziehe sich d<r Handarbeit. Lothar B r ieg e r ° Berlin würdigt die Stellung der Huden in der Kunst, "Ad. G ra b o w s kh--Berlin gibt ein knappes aber erfreuliches Bild vom Anfang uiü) der Bedeutung des jüdi« scheu Handwerks in Nnssisch--Bolen. Rabbiner-Stellvertreter Dr.> H^a e rb e r-Mähr-Ostran, weist in einer Auslassung über die jüdischen Handwerker-Vereine frarauf hin. daß uns eine Geschichte des jüdischen Handwerks immer noch fehle. Jawohl — sie fehlt uns. Das Heine Hest, das der Verlag Dr. Basch u. Co. G. in. b. h. Berlin-Wil. uns da überreicht, stillt den Hunger nach einer Darstellung des Handwerks im Hndcntnm nicht, es macht ihn nur fühlbar. Der Verlag, der ftd> schau durch dieses Heft verdienstlich macht, möge sich nun das größere Verdienst erwerben: uns ein solches Werk herbeizuschaffen. m Aedaltionsschluß dieser Bummer 15. Januar 1917. Verantwortlich für die Redaktion und Verlag: H. V.: F. Landau, Berlin ° Sck) öueberg. —1— «■ ■ «' i ■ ■■—■— ■■■ >' ——-» >- -,-nrmnmtiij i i , AUetnlae Sl m e t fl c n a n n n Inn e: ...kaufmännisch' lif erartfcl>c Verlaaoaesellschast M. b fi., Berlin NW. 1$Verantwortlich für die 'Anzeigen: ©eorg gsrarl. Verirn NW A! Lessingsiraße U>. Druck; Paß & ©erleb ©. in. b. ft. Berlin W. 57.