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Im deutschen Reich · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · p. 38

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Article
Die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
Date
1917-01-01
Page
38 (sequence 2)
Language
German
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38 Im deutschen Reich. ersten (Vorsitzenden Prof. Dr. M a r t i u Vhilippson wurde. Der stellvertretende Vorsitzende Prof. Dr. G n t t m a n n - Breslau gcixrchte ir: seinen Eröffn iingswortei: kurz der Verdienste Marlin Philippsolis 11 iu die Gesellschaft. Dann schritt man zur Wahl, des Ausschusses. Die bisherigen Mitglieder — u. a. Prof. Dr. herm. Cohen, Plwf. Dr. Ludwig -eveiger, Prof. Dr. Kali scher, Oberkirchenrat Dr. Kn-oner-Stuttgart, Geh. Oberregiernngsrat Dr. Mayer- Karlsruhe — wurden durch Zuruf wiedergewäh'.t, als neues Mitglied in den Ausschuß tritt Prof. >'Dr. V lfred P i> :1 i p p f ö n , ein. Prüder des verengten ersten Vorsitzenden, ein. Die Gesellschaft hat im Berichtsjahre heransgegebeu: Prof. I. Guttnrann, die reltgionsphilosophischen Letiren des Isaac Abralmnel; Beiträge zur Geschichte der deutsck)en Iiwen, Festschrift zum 70. Geburtslage Martin Philipp so ns; G. Mahler, Handbuch der jüdische: Chronologie. Voll der Oermania Jurlaica soll in B«lde die erste H'ilste des Bandes I erscheinen, Harmoninmspiel leitete die Gedächtnisfeier für Martin Vhilippson eill. Rabb. Prof. Dr. Bloch (Posen) schilderte dessen Wirken für die Wissenschaft des Indeiltums, die tauche Zeit ein (^icfi'iitb geweser: ist uub die durch Leopold Znnz ihre Wiedergeburt, erfahren hat. 4lus dem fesselnde!: Charakterbilde des trefflichei: Mensehen und ldes verdicnswoltei: ans der Höhe seiner Wissenschaft stehenden Gelehrten heben wir besonders die Märme und Entschiedenheit hervor, mit der er den treuen, hingebungsvollen Juden mit dem warnchcrzigen deutschen Patrioten zu vereineir wußte. — Ueber die technischen Mängel der Glaubensstatistik iltt, Heere schreibt uns ein hervorragender Statistiker: „Lin Hauptfehler der Zählung liegt schon darin, das; man Nichts „UnverhälluismäßigeS" fcfif(cUcii kann, wenn, mau nicht die Grundlagen für das ^VerhältniSrnäßige'P schasst, — und das ist nicht geschehen!. Wie kann man eine Statistik über die Juden allein heransgreisen? Man müßte doch die andere!: Konfessionen in genau gleicher Weise berücksichtigen.. Wenn man. ferner berücksichtigt. daß aus den den: Erlaß beigegebcnen Bachweisungen nicht mit Gewißheit festzustetlen ist, wie die in. einzelne!: Ziffern «nachznwcisenden Gefallenen zu berechnen sind ur:d sich weiter fragt, wo sind die geblieben, die wegen Kd'iegsbeschäblgiu:g oder Krankheit ans dem ,Heeresverba!:de bereits ausgeschieden sind, so ersieht n:al: schon ans diesen 'wenigen Punkten, wie nnglncklieb nicht nur die Zahlung in ihren Folge:: war, sondern wie wenig sie auch geeignet ist, irgendwie brauck)bares Material zu ergebe::, besonders, wein: man berücksichtigt, daß wie oben angegebenen Beispiele sich r:och beliebig vermehren ließen: Daß dies :::cht n::r theoretische Bedenken sind, sondern daß in /der Tat die Zählung zu bcu merkwürdigsten Resultaten führen muß, sei an der Hand eines bei einem Infanterie- Regiment vorgekommeneu Beispiels erläutert. In einer Kompagnie dieses Regiments befanden sich zur Zeit der Zahlung sechs Inden. Diese wurden gezählt als im Heimatland befindlich. 'Eure Erläuterung des Grundes, aus dem sie sich zur Zeit der Zahlung in der Heimat befanden^ ist nicht beigefügt worden. Bon diesen sechs waren aber vier schon im Felde gewesen. Der eine davon ist derart verwundet, daß er wohl einen dauernden Schaden fürs Leben davontragen wird. Hier werden also vier Juden, die sich in: Felde befunden haben und die zur Zeit der Zählung infolge Verwundung lufux dem Paterlande nicht mehr in der Fro::t dienen können, als in der Heimat befindlich aufgeführt und bannt im Sinne unseren Gegner als „Drückeberger" gestempelt. Wenn man berücksichtigt, daß es sich hier nur um eine einzelne Kompanie handelt und daß

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