Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · p. 37

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Article
Jüdische Küche in der Londoner "Wirtschaftsausstellung"
Date
1917-01-01
Page
37 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2316602-2316864-2316865--26690-2351457
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Vermischtes. 37 Jüdische 2(üche tn bcx londoner „Wrrtschaft?ausstellung". Diese neue Wirlichostsanosiellnng in London, die die Sparmöglichkcitcn irn Kriegshanshalt veranschaulichen und gute Ratschläge für die Hausfrauen erteilen will, Hat als bemerkenswerte Abteilung eine „Anterweisnng in der j ü b i s ch e n K' ü ch e" eingerichtet. Hier werden jüdische Spezinlgerichte vorg^ührt. die vor den Zuschauerinnen bereitet sind, urrd für »deren Herstellung die näheren Anweisungen arrch in gedruckten Vorschriften gegeben Werden. Die „Times" druckt r egel ma ß ig die jüdischen Kochrezepte ab. In einer ihrer letzten Nummern finden wir Aezcpte für (jüdisch-deutsch): „GcfillterFish" unb „Sü tz-saure Dohnen mit Rindfleisch." . Für die nächste Kochvorführung sind Ostergerichte Lund Anteiturrg zur Verwölbung von Mazzcmehl angekürrdigt. Witzblätter un- Judentum. Ansere Witzblätter Versalien häufig der Verführung, um eines billigen 'Scherzes wegen grobe arckisemitische Arbeit zu leisten. Dem Verlag eines solchen, sonst geachteten Witzblattes schrieb der Vorstand des „Eeutralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glandens" kürzlich u. cn: . Zunächst nehuren wir rnit Genugtuurrg davon Kenntnis, das; Sie es mit Entschiedenheit ablehnen, Ln Ihrem Blatte antisemitische Tendenzen verfolgen zn wollen. Gerade die Betonung dieses Standpunktes veranlaßt uns, Ihr Schreiben nicht unerwidert zu lassen. Sie weisen in Ihrem Schreiben darauf hin, das; wir doch nicht behaupten können., die Wucherer seien sämtlich Nichtjuden. Wir haben eine solche Behauptung nicht ausgestellt. Wir wenden uns dagegen, daß umgekehrt der Eindruck, daß die Juden schlechthin, «oder in der Mehrzahl Wucherer seien, erweckt wird. Das aber geschieht durch das Titelbild ihres Blattes, in dem cs einen Wucherer durch einen jüdischen „Typus" — wie sie selbst sagen — darstellt. Bei ihrem Hinweis auIdie Witze über Schwiegermütter und Sonntagsjäger übersehen Sie, daß es sich hierbei' um allgemein m en schliche Schwächen, dagegen bei den „jüdischen Typen" um Eigenschaften oder Fehler handelt, die Von antisemitischer Seite 511 Anrecht speziell den Juden als solchen zugeschrieben werden, um durch diese unbegründet? und ungerechte Verallgemeinerung und „Typisierung" die Juden herabzusetzen. Ls ist also keineswegs übergroße Lmpfiirdlichkeit, wenn Zvir die Bitte an Sie richten, derartige Bilder in Zukunft zu vermeiden. Wir erstreben keineswegs eine „Ausnahmestellung" der Juden in dem Sinne, das; sie gegen harnrlose Witze geschützt sein sollen» wie sie jeder sich gepalten lassen muß, wohl aberr kämpfen wir dagegen, daß der kleinen Minder Heck der Juden eine Ausnahmestellung in dem Sinne zugewicsen wird, daß allgemeine Erscheinungen, wie z. B. der verwerfliche, abscheuliche Kriegswucher, als „jüdisch" in Wart und Bild hingestellt und damit die Geschäfte des Antisemitismus besorgt werden. Geschieht das Ln einer angesehenen weitverbreiteten Zeitung, dia, wie die Ihrige, keinerlei antisemitische Tendenzen verfolgt, dann liegt um so mehr Veranlassung für uns vor, uns dagegen zu wenden, als wenn es in einer Zeckschrift mit ausgesprochen antisemitischer Tendenz geschieht, denn dann ist begreiflicherweise der Eindruck auf den rnrbefangenen Leser um so stärker." Die Gesellschaft zur Förderung -er Wissenschaft -es Judentums hielt am 27. Dezember ihre Icchres-Versammlung ab, die zu einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier für den kurz nach Vollendung seines 70. Lebensjahres dahingeschiedenen Mitbegründer unh

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.