Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- Die Glaubensstatistik im Heere
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 36 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316865-2351351--26688-2351456- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
6 Snt deutsch eil Reich itcvi.icrfd'Kri ,,Deui scheu Volkszeilung" vonc. 6. Dezember schrieb Ludw i g Al p e r s , M. d. R. u. a. : ‘ „ ... danach" (nach der Erklärung des Regierungs- Vertreters) „außer Zweifel, das; die Absicht des Kriezisnünislers eine lautere gewesen ist. Wenn mau sich rndeFen. die Durchführung der ungeordneten Maßnahme vergegeuwänigt, so niuß cr- Longen werden, ob nicht iiu Interesse der Einigkeit hinter der Front eine andere Art, die erhobenen V<schuldiguugen zu Prüfen bzw. zu entkräften vorznziehcn gewesen Ware. Da wird der jüdische Soldat, der sein und Purser Mrterlcnrd verteidigt, nicht nur in der Etappe, sondern ebenso an der Front durch die Zählung aus der Reihe seiner Kameraden herausgehoben: die Zählung bringt ihn in Beziehung zu den bekannten Besä>ulüiguugeir; er fühlt sich gekennzeichnet, gekennzeichnet an einem Orte — wie oft im Bereiche der unmittelbaren Kriegichandlungen! — iwo es nichts anderes als treue Psiiä>terfü.ck uug unter Ei'usetzung von Leib und Leben gibt. Die Wirkung auf den Seeleuzustand des so „Eezähiteu" läßt sich denken. Dos aber hat der deutsche ftubc nicht verdient. Auch aus der jüdischen Jugend sind bei Beginn des Krieges Sausende in edler Begeisteimng hiuousgezogen zur Verteidigirn^ des Vaterlandes. 8500 schulückt hrirte d<rs Eiserne Kreuz 2. erlasse, SO das 1. 'Klasse. Wie viele jüdische Kämpfer deckt der Rasen! Aus dem Reichstage zog der sozialdemokratische Abg. Frank freiwillig aus; beim nächsten Zilsamurentritt des Reichstags huldigte das Hohe Hans dem Andenken des gefallenen Helden. Will nun das deutsche Volk seinem jüdischen gefallenen und lebenden — Verteidigern lohnen, indem es ihre Glaubensgenossen im 'Schützengraben ,,zahlt"? Die Absick)t des Kriegsministeriums in Ehren. Glaubt es, entsprechende Feststellungen treffen zn sollen, so blieb eben nichts lnbrig, als alle ^Angehörigen des Heeres, an der Front und in der Stoppe, nach religiösem Bekenntnisse und nach Abkunft zn zählen. 'Als Vertreter des Rechtsprinzips können wir nicht zugeben, daß jüdische Soldaten, welche innerhalb!des deutschen Volksheeres in diesem lEmstenzkamPf unzweisclhast ihre Vslicht tun, burcT> eine, wenn arrch gut gemeinte, aber verfclstte Mastnahnre tief gekränkt werden. Das Kriegsministerium solle die Verfügung schleunigst rnägängig machen. Es darf sich sollst nicht wundern, wenn trotz seiner loyalen Erklärung die Verfügung iu gerecht denkenden Kreisen angesehen werden kann als eine unwürdige Konzession an die Instinkte derer, die blind ihren Leidenschaften gehorchen, die (Gerechtigkeit aber gering schätzen." Spanien für feine früheren Bürger. Anker bcu ottoma nischen Inden, die die französische. Regierung als feindliche Allsländer aus dem Lande anszuweiien oder als Zivilgefangene zw behandeln verordnet hatte, fanden sich zirka 2<M) Sephurdim, Ablöurmlinge der einst ans Spanien ausgewiesenen Juden. 'Diese ihre „Zirgehörigkeit" zum spanischen „Vaterland" bewahrte sie vor der Härte der französischen 'Maßregeln. Der spanische Botschafter in Paris bat nönrlich die französische Regierung, diese sephardischen Juden, die „nach -Sprache, Sitte und Geschichte eigentlich Spanier seien", nicht gleich den anderen feindlichen Ausländern zu. behandeln und auf sie diese Maßnahme nicht in Anwendung izn bringen. Nachdem die Bitte der spanrschen Regierung bewilligt war, erhielt Briand van den Vertretern der spanischen Intellektuellen ein Dankschreiben für diese Gastfreundschaft, die die französische Regierung den „ehe» nraligen Spaniern" entgegenbrachte, die trotz der langen Zeit, „die Erinnerung an Spanien, fesne Sprache und Sitte treu bewahrt hatzer%\ ' ' ~ ..