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Im deutschen Reich · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · p. 2

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Article
Inhalt
Date
1917-01-01
Page
2 (sequence 1)
Language
German
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2m Deutschen Reich. Inhalt: S ch m o I I c r unter den falschen Propheten. — Umschau. Von 2. £. — D i e Welt-Razzia auf jüdische Untaten. — Die. Juden von Saloniki. Bon Paul L i n d a u. — E i n Wörterbuch — ein T a t s a ch eit» b u cf>, - - Mitteilungen der h a u P t st e l l e f ü r Berufsberatung der Juden. — Unterbringung der Juden in mittlere!: B e am t e n st e l l e n. — Bereinsnachrichten. — Korrespondenzen - - Vermischtes. -- Brieskasten. Bücherschmt. — Inserate. Schmoller unter den falschen Propheten. Mit starkem Befremden, mit einiger Neberraschnng finden wir einen unserer hervorragendsten Gelehrten unter den STroit* zeugen be* AnLiscmitistnns. Ueberrascht und verblüfft wird freilich er selbst [ein von der peinlichen Umgebung, in die er geraten ist. Die leicht selbst vornehme Geister, unabhängige Charaktere, der aulisenritiseheu Suggestion zuweilen erliegen fünften, tute eine oft wiederholte Tendenzlüge mit der Zeit selbst auf die erleuchtetsten Köpfe eilten Einfluß übcu kann, zeigt ein Artikel von Geheimr. Prof. Schm oller. Im vierten Heft seines „Jahrbuchs" tritt der führende Gelehrte einer Schrift, „Das deutsche Volk und die Politik", des Prof. Hugo P r e tt ß entgegen, der dort ansführt, Preußett sei im O b r t g k e i L s st a a t ftcctcu geblieben, statt sich zmn VolksstaaL zu entwickeln. Int Verlaufe seiner Erörterungen führt Geheimr. Schmoller aus, „der Berliner kontrnnnale Freisinn, der, sozial auf sentitts ch e r M i l l i o it ä x y b a | t y beruhend, uttfeue Hauptstadt beherrscht", strebe auch einen ähnlichen Einfluß in der Verwaltung von Staat und Uuive rsi täten an. „In diesen Kreisen, so tüchtig und ehrbar sie sind", verlange man für die eigene Intelligenz einen größeren Betättgnngsraum. Schmoller wendet sich ebenfalls, wie Prenß, gegen die Unwahrhastigkeit, mit der man die Religion wohl als Ausschließungsgrad benützt, dies aber öffentlich bestreitet. Er sagt: „Ich verkenne nicht, daß in diesen Vorwürfen ein Steint von Wahrheit liegt. Der jüdische Assessor, der sich taufen läßt, um gewisse Clemter zu erreichen, der jüdische Gutsbesitzer, der das gleiche tut, um in der Selbstverwaltung empor-, zukommen, ist sicher nicht der Veste seines Glaubens und seiner Rasse. Aber deshalb ist es noch nicht entfernt allgemein richtig, daß wir die Rechtsgleichheit unserer Verfassung gröblich verletzen, weil einzelne Aemter rroch nicht jedem jüdischen ungetansten Be-, iverber erreichbar smd, weil einzelne Regimenter (!?!!) das ihnen zustehende freie Wahlrecht des Offizierkorps noch zum Indem ausschluß benützen, weil an den Universitäten ttoch nicht alle zahlreichen jüdischen Privatdozenten so rasch Professoren werden, wie

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