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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 282

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Dr. Emil T.....nn, hier
Date
1916-11-01
Page
282 (sequence 2)
Language
German
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282 Im deutschen Reich. Vernichtung aller Anrechte des Judentums zur Folge haben.- Die Juden, durch die ihnen aufgezwuugene Entwicklung eine Mittelschicht der städtischen Berölkerlmg, müßten bei Kontingentierung ihres Rechtsautcils nach der Ziffer der Gcsamtbcvölkcruug, immer im schwersten Rachteil sein. Ob das Festhalten an diesem (Grundsatz bis zur '-Ablehnung des angebotenen Anteils an der Stadtverwaltung praktisch war, ob es nicht zweckmäßiger gewesen Ware, unter Vorbehalt den angeborenen Rechtsanteil anzunehmen, ist eine andere Frage, die hier unerortert bleibe. Dr. N>. B . . . . nn, Frkf. a. LN. Der Artikel, auf den Sie uns aufmerksam machen, ist freilich ^eich an Irrtümenr und heiteren Mißverständnissen, aber die „Leipziger Illustrierte" ift darum keineswegs der antisemitischen Presse beizuzahlen. Line solche Gesinnung ist weder dem altangesehenen Verlag I. I. Weber noch dem Chefredakteur Herrn Hofrat Sonne zuzutrauen, der uns als ein Publizist von Charakter bekannt ist. wilh. G. G . . . . ö, Breslau. Der Mörder des österreichischeu Ministerpräsidenten Grafen Stürgk ist, wie fein Vater, Victor Adler, „konfessionslos", aber vordem gehörte die Familie dem Katholizismus an. Der Großvater des Attentäters war katholisch. Dies soll aber nur eine tatsächliche Feststellung sein, gegenüber den törichten Versuchen, auch die Tat des Fanatikers -Adler den Juden anzukreiden. Wir unsererseits sind natürlich sehr weit davon entfernt, den Attentäter den Katholiken an die Rockschöße zu heften. Keine Glaubensgemeinschaft kann für jeden Einzelnen ihrer zufällig Zugehörigen verantwortlich gelmacht werden. Kein Missetäter irgend einer Art begeht sein Verbrechen '.m Ramen oder im Geiste irgend einer Glaubensvdcr auH nur Volksgemeinschaft — das Bewußtsein dieser Zugehörigkeit würde ihn im Gegenteil von der Tat zurückhalten —' sondern aus seinen persönlichen Leidenschaften oder Instinkten heraus. * Bücherschau. „Oer Weltkrieg und die Juöenfrage" so nennt Max Simon eine kleine, soeben im vornehmen Verlage von L. G. Teubnev in Leipzig erschienene Schrift, die durch den warmherzigen. Ton. durch das mit liebevollem Fleiß gesammelte Tatsacheu-Material und durch manche guten Gründe fesselt und auch da noch wohltuend berührt, wo sie unseren Widerspruch herausfordert. Für uns sind in diesem Kriege die mitkämpfenden Juden eben nur Deutsche, die Juden 'in oen feindlichen Heeren eben ttitr Franzosen oder Engländer. Eine Ausnahme machen allenfalls die jüdischen Soldaten unter den Russen uird Rumänen, die für ein Stiefraterland, das sie entrechtet und knechtet, das sie wie Jagd« tiere hetzt, doch nicht 'mit der Öpfersreudigkeit freier Bürger kämpfen können. Die Schrift von Mar Simon aber hebt stark das G emeinfam' e i m Judentum hervor, das in diesem Kriege wieder ein Stück der großen Tragik in seinem Schicksal ausweist. Tragisch berühr vor Allem »die Tatsache, daß wir wieder einmal das böse Prinzip sieghaft sehen gegenüber dem guten. Im Bund der vier Großmächte wirkt nicht etwa die menschenfreundlichere Richtung der West machte veredelnd und zum Vorteil der unterdrückten Juden auf Rußland, im Gegenteil sehen wir Frankreich und England mehr und mehr antisemitisch verseucht. Klar und scharf,

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