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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 280

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Personalnachrichten
Date
1916-11-01
Page
280 (sequence 2)
Language
German
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280 Im Deutschen Reich. deren glückliche Lösung ihm uneingeschränkte Anerkennung ein* trug. Trotz mancher Lockungen Iren im Judentum ausharrend, verschmähte er es standhaft, durch einen Glaubenswechsel feine Laufbahn zu fordern und nur den hervorragenden Verdiensten wollte er die Beförderung, wie die Auszeichnungen danken, die ihm denn auch zuteil wurden. Aus dem Staatsdienst holte die Privatiudustrie den viclbewahrten Verkehrsfachmann und auch hier tat er sich hervor. Als Schriftsteller Hut er durch Reiseschilderungen voller Frische und Anschaulichkeit der Darstellung sich hervor-- getan. Seit einer Reihe von Jahren Macht sich Geheimrat vr. Pieck als eifriges Mitglied der Repräsentanten um die Verwaltung der jüdischen Gemeinde Berlin verdient. — Gin anderes sehr verdienst» volles und sympathisches Mit-lied der Berliner Repräsentanten- Versammlung, W i l l i b a l d L o e w e n t h a l. ist fern von der Heimct, auf einer Reise, in Budapest, plötzlich vom Tode ereilt worden. Alle jüdischen Kulturbestrebungen verlieren in ihm einen verständnisvollen Förderer. Sein «warmherziger Giser für das Iudentu^n ließ es sich nicht am Dienst für die Gemeinde Berlin genügen, insbesondere war er stets bereit, gcsinnungsvoll mitzuwirken, wo es den Kampf gegen Verkümmerung unserer Rechte galt. Auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit als Dozent am jüdisch-theologischen Seminar in Bres lau konnte am 4. Rovember Prof. Or. M. Brann zurückblicken. Reben seinen Schülern, die so vielfach bereits auf den Kanzeln und im Lehramt großer Gemeinden erfolgreich wirken, konnte die 'ganze an unserem Geistesleben teilnehmende Iudcnheit den Gedenktag dankbar begehen. Sein Lehrbuch der jüdischen Geschichte, seine Geschichte der Juden und ihrer Literatur, seine Schriften über das Judentum in Schlesien sind nicht nur durch wissenschaftliche Gründlichkeit, sondern auch durch einen klaren» lebendigen ^>til, durch Wärme und Kraft der Darstellung ausgezeichnet. And wem hätten nicht schon einmal die von Professor Brann herausgcgebenen Monatshefte der Gescllschast zur Förderung der >W i s s e n f ch a f t die s Iudentu m s willkommene Belehrung und Anregung gebracht! Auch als Leiter des Breslauer Vereins für jüdische Geschichte und Literatur — eines dieser Vereine, die sich die Pflege jüdischen Geisteslebens mit so vielem Erfolge angelegen sein /lassen — wie innerhalb der Lehrer-Organisationen hat Professor "Brann sich große Verdienste erworben. Der Gedenktag seines 25-jährigen Wirkens brachte ihm denn auch eine reiche Ernte an Dank und Anerkennung. — Im neunundscchszigsten Lebensjahre starb in diesen Tagen Rabbiner Dr. Josef Eschelbach er in Berlin — ein empfindlicher Verlust für die jüdische Gemeinde der Reichsharrptstadt. Als Prediger wie als Lehrer gleich beliebt, war er durch Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und milden Sinn eine echt priesterliche Erscheinung. Seme Beredtsamkeit war von edler Gesinnung gehoben und von echter Empfindung durchwärmt. Der Tod des Herrn Rabb. Di*. Eschelbacher, Berlin, bedeutet nicht nur allen, denen es beschieden war» dem Verblichenen naherzutreten, einen schweren Verlust, er hat auch unfern Verein schwer getroffen. Sein weiser Rat stand uns in allen wissenschaftlichen Fragen zur Verfügung und war für uns von großem Gewicht. Seine Schrift „Das Judentum und das Wesen des Christentums" war für alte, die tätig unserer Sache dienen, eines der wertvollsten Hilfsmittel und wird eine wissenschaftliche Stütze in dem uns aufgedrungenen Kampfe bleiben. Der Verblichene war uns nach jeder Richtung stets ein wahrer Freund und eifriger Förderer^ Sein Andenken wird auch bei uns -richt erloschen^ %

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