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Im deutschen Reich · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. 271

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Article
Immerwährende Mitgliedschaft [Nachricht]
Date
1916-11-01
Page
271 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 271 Anregung Und Belehrung und hat auch bereits den erfreulichen Erfolg gezertigt, daß aus einzelnen Ortsgruppen Württembergs zahlreiche Keuanmeldungen eingingen. * Korrespondenzen. Von einem jüdischen Großindustriellen, der sich, 43 Jahre irlt» ungedient im September 1914 freiwillig gemeldet hat und der seitdem im Felde steht, wird uns geschrieben: „Lin zeitgemäßer Aentruinsantrag!" Das Zentrum hat im Reichshaushaltsausschuß einen Antrag eingebracht, welcher den Reichskanzler ersucht, festzustellen: 1. ob es richtig ist, daß im Kriegsernährungsarut und bei den Kriegs-- gesellschaften zu viel Arbeitskräfte beschäftigt werden; 2. ob es richtig ist, wie vielfach behauptet lmrd, daß militärlaugliche Personen in großer Zahl dort beschäftigt sind; 3. ob es richtig ist, daß übermäßig hohe Gehälter bezahlt werden; 4. ob es richtig ist» daß eine übergroßeZahl vonPersoneni jüdischer Konfession Lm Kriegsernährungsamt und bei den Kriegsgesetlschaften Beschäftigung findet. Diesen Antrag nennt die Kölnische Volkszeitung „zeitgemäß".- Hierzu erwidere ich aus dem Felde, daß es ebenso zeitgemäß wäre» von dem Herrn: Staatssekretär der Reichspost und vom Herrn Eisenbahnmrnister dieselbe Auskunft zu verlangen, nur mit der Aenderung, daß der Punkt 4 lauten müßte: warum sich unter den zahlreichen reklamierten Beamten der Bahn und Post fast gar keine jüdischer Konfession befinden. Der Zentrumsantrag, zu untersuchen, :n welchem Prozentsatz' die verschiedenen Konfessionen unter den Mitarbeitern der Kriegsgesellschaften vertreten sind, ist nichts anderes, als ein Versuch» die Konfessionen und Parteien untereinander zu verhetzen. Die neu gegründeten Kriegsgesellschaften vertreten oie Stelle privater Handelsunternchmungen, um diese, oder vielmehr deren Gewinne auszuschalten und solche dem Staate zuzuführen. Daß -sich die Leiter dieser Kriegsgesellschaften tüchtige Fachleute zu Hilfe holen» ganz gleich welcher Konfession, ist Wohl unbestritten nur im Interesse der Allgemeinheit. Oder sollte der Ientrumsarttrag die Reaktion darauf sein, datz der Reichskanzler sich erkühnte, als Leitwort für die Zukunft das Wort: „Freie Bahn allen Tüchtigen" auszugeben? Wie eine unbeabsichtigte Ironie muß es auf alle nicht Vorerngeiwmmenen wirken, daß diesem Artikel in der Köln. Volkszeittrng unmittelbar eine Mahnung Ludendorffs zur Einigkeit folgt. Schwer ist es, keine Satire zu schreiben» wenn die Köln. Volkszeitung nach der Aeberschrift der ersten Notiz: Ein „zeitgemäßer" Zentrumsantrag, dem folgenden Bericht die Schlußworte anfügt: „Einigkeit und Zuversicht» das ist rn dev Tat eme gute Losung, möge sie nun aber auch auf allen Seiten beherzigt werden» dann werden wir es schaffen." Diese Phrasen klingen angesichts der neueren Verhetzung der Konfessionen wie Hohn. Mit diesem Geist der Zwietracht, den der Ientrumantrag hervorruft, würden wir es jedenfalls nicht schaffen. Aus München wird uns geschrieben: „Am 15. November 1916 starb hier nach kurzer Krankheit unser langjähriges, treues Mitglied, Herr Schriftsteller Adolf pppeuheim im 72. Lebensjahr.

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