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Im deutschen Reich · 1916-09-01 · Heft 9-10 (September 1916) · p. 236

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
22 (1916)
Issue
Heft 9-10 (September 1916)
Article
Fr. B. W-m, Frankfurt a. M.
Date
1916-09-01
Page
236 (sequence 2)
Language
German
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236 Jur deutschen Reich. g'schicke eine völlige Unparteilichkeit möglich ist — n a ch einem Kriege wäre ein Schiedsgericht kaum nur Platze. Rach völliger, sur alte Beteiligten offenkundiger Klärung der 5lriegslage gibt c£ nur eine Verhanolung der Kriegführenden, wie 1870. oder allenfalls einen „Kongreß",' wie nach dem russisch-türkischen Kriege 1878. Bei den Verhandlungen zwischen den Kriegführenden und den Fricdeusvermittlern wird es an einer gebührenden Vertretung der Interessen der Indenheit in den in Betracht kommenden <$c. kneten wohl nicht fehlen, aber der Kongreß. von 1878 hat mit schmerzhafter Deutlichkeit gezeigt, wie wenig mit einem Vertrags. Paragraphen zu erreichen rst. Die Rumänen haben sich der Verpflichtung, die Gleichberechtigung der Juden 'durchzuführensofort entwunden. indem sie die Juden als „Fremde" behandelten. Die Gleichberechtigung werden sich die Juden immer und überall selbst erkämpfen, als Gnadengeschenk eines Kongresses wird sie ihnen kaum zufallen.. LNehreren Einsendern. Die Klagen über rohe, antisemitische Films und blödgeschmacklose Kabarett-Vorträge mehren sich Die "deste 'Abwehr dieser mehr noch albernen als bösartigen, mehr noch tzeschmack- und vernunftfeindlichcn als judenfeindlichen Erzeugnisse bleibt im Grunde die stille Verachtung. Wem derlei Films, denen gegenüber die Hintertreppenromane noch klassische Likeratur ftni>, behagen, wer sich an den öden Kabarettzoten ergötzt, an dessen Meinung ist wirklich nicht viel gelegen. Das soll uns indes nicht hindern/ diesen häßlichen Auswüchsen Nach Kräften entgegenzutreten, wo sich irgend die Gelegenheit nrrd Möglichkeit dazu er. gibt. Wir werden damit mehr dem Ansehen des Deutschtums dienen als dem Rechtsanspruch des Judentums. A. <£., hier. Die Statistik der jüdischen Kriegsteilnehmer im „Jüdischen Volksblatt", Breslau, ist natürlich ganz unvollständig, da der SHriftleitung weder Zahlen, noch Unterlagen zur Verfügung stehen. Sic können daher aus den dort veröffentlichten Angaben Schlüsse auf die wahre Kriegsteilnehmerzahl und die Zahl der gefallenen Juden nicht ziehen. Mehreren Einsendern. Kriegsgedichte, auch noch so schwunghaft, noch so edel in der Form, so schön in der Gesinnung, passen nicht recht in den Rahmen unserer Zeitschrift. Wir müssen sie — sofern sie insbesondere ohne 'Rnga.be der näheren Adresse des Einsenders eintreffen — mit allen Gefühlen des Dankes für die gutr Absicht in den — Paprerkorb versenken. Organisationen für den Besuch jüdischer Verwundeter. Es besteht hier Interesse daran, zu erfahren, in welchen Orten der Besuch jüdischer Verwundeter organisiert ist. Meldungen hierüber liegen uns bisher nur aus folgenden Städten vor: Aachen, Bamberg, Berlin» Briefen (W.-Pr.)» Karlshafen a. W., Diltingen a. (Saar, Düsseldorf, Elberfeld, Eßlingen, Flatow W.°Pr., Forst i. L., Gernsbach i. Bad., Gießen» Grottkau, Haigerloch Heidmgsfeld, Herford r. W'., Holzheim (Kr. Gießen), Holzminden, Insterburg, Kattowitz, Königshütt^ Landsberq a. W.» Lauban, Lublinitz, Mannheim, Memel, Merseburg a. S., Mitterteich, Neidenburg, Neumark W.-Pr.» Neuwied, Nordhausen a.H.» Oppeln, Pleschen, Ratibor, Rosenheinr, Rostock, Ouakenbrück, Scharmbeck (Kr. Osterholz), Schneidemühl, Schwarzenau, Toraau, Treptow a. Rega, Alm a. D., Wandsbeck, Wongrowitz.

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