Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Auch Menschenfreundlichkeit
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 231 (sequence 2)
- Language
- German
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Vücherschau. 231 ^offenen wenig die 9lcbc. Aber dir jüdischen Menschenfreunde, die nur Wunden heilen wollen, -o, diese Vaterlands-Verleugner! Die sorgsame Pflege der verwundeten Kriegsgefangenen ist übrigens ein edles Bestreben, ein schöner Stolz unserer HeepeslieLtung. verleugnet am Ende auch sie das Vaterland? * — Jüdische Lehrer°2<riegsfürsorge. Die Vorstände des Verbandes der jüdischen Lehrervereine lim Deutschen Weich und des deutschen Kantorenverbarrdes, wenden sich in einem Aufruf an ihre Glaubensgenossen. Es heißt da: „Der Weltkrieg hat auch die jüdische Lehrerschaft stark heimgesucht. Von etwa 1700 Lehrern und Kultusbeamten im Aeiche stehen nahezu tzOO unter den Waffen und über 30 hab-e n bereits ihr Lehen auf den Schachtfeldern dahin gegeben. Bei zahlreichen Famielien unserer Standesgenossen herrscht bitterste Not. Die geringen Gehälter reichen nicht mehr zum Leben anß. Bei vielen der eingezogenen Beamten unserer jüdischen Kleingemeinden wurde die Gehaltszahlung während des Krieges ganz oder teilweise eingestellt. Darum wenden wir uns nun an die gesamte Iudenheit Deutschlands, deren Interesse an der Erhaltung des jüdischen Lehrerin!) Kultusbeamtenstandes und an der würdigen Gestaltung ihrer Verhältnisse nicht verkannt werden wird, mit der dringenden Bitte um Hilfe für unsere Notleidenden. Spenden „Für die jüdische Lehrer-Krregsfürsorge" sind an, das Postscheckamt Ludwigshafen a. Nh. Nr. 3383 zu richten. * — Julius SUktcrifytlm, dessen 83. Geburtstag am 2. November besonders festlich begangen werden sollte, ist an eben diesem Tage der Feuerbestattung übergeben worden. Während unser Heft aus der Presse kommt, erreichte uns die betrübende Nachricht von seinem Tode. Wir können hier nur mit wenig Worten notdürftig ausdrücken, daß auch das Judentum in Stettenheim einen tapferen und sieghaften Kämpfer für seine Rechte, einen treuen Anhänger verliert. Eine eingehendere Würdigung des Dahingeschiedenen bleibe Vorbehalten.. * Bücherschau. „Sturm un§ Drang" nennt sich bezeichnend genug eine Sammlung frischer Kriegslieder von Felix Hermann (Vertag Aurora, Friedewald-Dresdea). Der Weltkrieg, über alles Maß, Aber alle Vergleiche hinauswachsend an Zahl der aufgebotenen Truppen, an Fülle und Mannigfaltigkeit der angewandten Kriegs-, drittel die Kriege eines ganzen Jahrtausends überragend, hat auch eine ungeheure Armee von Dichtern hervorgerufen. Ein gewaltiges Liedergestöber brach gleich bei Kriegsbeginn aus, um-