Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 22 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Article
- Lebensrettung
- Date
- 1916-09-01
- Page
- 230 (sequence 2)
- Language
- German
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230 Im Deutschen Reich. für sein mutiges und umsichtiges Verhalten bei der Rettung eiitc§ verunglückten Schulkameraden, Fritz Haase hatte einen älteren Tertianer mit eigener Lebensgefahr im Parischowitzer Teich dom Tode durch Ertrinken gerettet. * — Oberst Pati- Llam, der im Dreyfus-Prozetz. als Fälscher entlarvt wurde und der danach deu Dienst quittieren mutzte, hat bei Ausbruch des Krieges die Gelegenheit ergriffen, sich wieder moralisch aufzurichten. -Er trat ,,als einfacher Soldat" in eine Kompagnie ein, die sein Sohn führte, wurde aber sofort in den Generalstab berufen und danach mit der Führung eines Regiments betraut. Jetzt ist er gefallen. Wenn sein Wiedereintritt in den Dienst einer aufrichtigen Reue entsprang» wenn namentlich sein Tod fürs Vaterland gewitz eine edle Sühne bedeutet, sind auH wir bereit, alte Schuld zu vergessen und sein Andenken gebührens zu ehren. Wenn aber die deutsche antisemitische Presse die so sonnenklar widerlegten, aus einem Rattenkönig von Schurkereien zusammengesetzten Dreyfus-Anklagen wieder aufwärmt, so könnte das erstaunlich scheinen, wenn man sich der antisemitischen Presse gegenüber das Wundern nicht langst abgewohnt hätte. 3*. — Auch Menschenfreundlichkeit kann also zur Vaterlands-Verleugnung gestempelt werben, wenn die Menschenfreunde — Juden sirrd. In mehreren Blättern finden wir die folgende Notiz: ,,Die ihr Vaterland verleugnen. Man liest im Pariser Figaro: „Lord Michelham, dessen Opferfreudigkeit bereits in Paris das Lazarett für verwundete Offiziere im Hotel Astoria unterhält, hat oie Absicht, auch am Kap Martin eine Genesungsheim, in welchem 220 Offiziere Aufnahme finden können, zu begründen und den Militärbehörden zur Verfügung zu stellen. Man hofft, daß. diese hochherzige Stiftung bereits den 1. Mvember ins Leben treten wird." — Wer ist Lord Michelharn?" — so fragt hierzu die N. G. C. „Lord Michelham" ist der Titel, unter dem der Londoner Bankier' Herbert Stern, Eigentümer der City-Firma „Gebrüder Stern", im englischen Oberhause sitzt und an der Gesetzgebung des Vereinigten Königreiches teitnimmt. Sein Vater, der Hermann Stern hieß und ein Fräulein Goldschmidt zur Frau hatte, stammte aus Deutschlarrd, irren wir nicht, aus Frankfurt am! Main, und erwarb für Geld und gute Worte die Würde eines portugiesischen Barons. Ihm selbst gelang es dann, zum Baronet erhöht zu werden, und schließlich wurde m Fahre 1905 bei einem .Pairsschub aus „Sir Herbert Stern" ein „Lord Michelham of Hellingly". So sieht bei näherer Beleuchtung das Britentum des hochherzigen Spenders von Erholungsheimen für verwundete englische und französische Offiziere in Paris und an der Riviera aus." Von den nichtjüdischen Deutschenabkömmlingen im Kriege Englands — obenan der König, dessen GroAater ein deutscher Prinz war — von den Goschen usw. ist als von Ursprungsver-